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Tausende an Nawalnys Wahlboykott-Demo

Von   /  30. Januar 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 28. Januar gingen in ganz Russland Tausende auf die Strasse, um Alexei Nawalnys Boykott-Aufruf für die kommenden Präsidentschaftswahlen zu unterstützen. Obschon viele der Protestaktionen nicht genehmigt worden waren, blieb die Lage relativ ruhig. Von den rund 350 Festgenommenen wurden die meisten ohne Verfahren wieder frei gelassen, darunter auch Nawalny selbst.

Offiziell sprachen die Behörden von 4.500 Teilnehmern in ganz Russland. Die Opposition geht aber von weit höheren Zahlen aus, allein in der Hauptstadt Moskau sollen es soviele Demonstranten gewesen sein. An den meisten Orten waren die Protestaktionen verboten worden. Der Aufruf zum Wahlboykott wird von der Regierung als verfassungswidrig angesehen.

Dennoch liessen sich viele Russinnen und Russen keine Angst einjagen und selbst in kleinen Provinzstädten kam es zu Protestkundgebungen mit wenigen Dutzend Personen. In St. Petersburg wurde der Bereich um das Marsfeld mit Baumaschinen und Polizei abgesperrt. Die Protestierenden zogen in losen Gruppen und auf verschienen Routen durch die Stadt.

Im Gegensatz zu den letzten Protestaktionen, die durch Nawalny organisiert worden waren, verhielt sich die Polizei betont zurückhaltend, um die Atmosphäre nicht anzuheizen. Die meisten festgenommenen Demonstranten wurden noch am Abend ohne Strafprotokoll wieder freigelassen.

Unter ihnen war auch der Initiant und Oppositionär Alexei Nawalny, der in Moskau verhaftet worden war, kaum hatte er sich blicken lassen. Nawalny organisierte die Protestaktion, nachdem die zentrale Wahlkomission Ende Dezember seine Kandidatur wegen seiner Verurteilung in einem fadenscheinigen Gerichtsverfahren zurückgewiesen hatte.

Sofort nach der offiziellen Ablehung begann die Polizei mit der Zerschlagung von Nawalnys Wahlorganisation in ganz Russland.Wahlbüros wurden durchsucht, aufgebrochen oder blockiert, die Guthaben auf verschiedenen Banken blockiert.

 

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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