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Sprachreferendum: Lettland stimmt gegen Russisch als zweite Amtssprache

Von   /  19. Februar 2012  /  Keine Kommentare

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rian.- Vertreter der Führungsspitze Lettlands haben bei einem Sprachreferendum gegen das Russische als eine zweite Amtssprache in der baltischen Republik gestimmt. Lettlands Präsident Andris Berzins, der sich zu einem Besuch in Polen aufhält, gab seine Stimme am Samstag in der lettischen Botschaft in Warschau ab. Regierungschef Valdis Dombrovskis und Parlamentspräsidentin Solvita Aboltina votierten in der Hauptstadt Riga. Rigas Oberbürgermeister Nil Usakovs stimmte für die Einführung des Russischen als zweiter Amtssprache.

Damit das Russische zur zweiten Amtssprache im EU-Mitglied Lettland wird, sollen sich dafür 771 893 Bürger – die Hälfte aller Wahlberechtigten in Lettland – aussprechen. Die Beteiligung spielt bei dem Referendum keine Rolle. Es wird in jedem Fall für gültig erklärt, ganz egal, wie viel Menschen abgestimmt haben.

Gegen Mittag stimmten in Riga 101 140 Bürger (24,75 Prozent der örtlichen Wahlberechtigten). In Vidzeme waren es 121 137 (29,6 Prozent), in Latgale 62 158 (26,33 Prozent), in Kurzeme 62 313 (30,45 Prozent) und in Zemgale 67 619 (29,14 Prozent). Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in Riga lag die Beteiligung gegen Mittag bereits um zehn Prozent über der Beteiligung beim Referendum über die Auflösung des Parlaments, das im vergangenen Jahr stattgefunden hatte. Die Wahllokale haben von 06.00 bis 21.00 Uhr MEZ geöffnet.

Lettisch ist bislang die einzige Amtssprache in Lettland mit einer Bevölkerungszahl von 2,1 Millionen. Das Russische hat den Status einer Fremdsprache, obwohl sie für fast 44 Prozent der Republikbewohner Muttersprache ist. 319 000 Russischsprachige haben in Lettland keine Staatsbürgerschaft und sind so genannte Nichtbürger. Sie haben zwar ständigen Wohnsitz in Lettland, dürfen aber nicht an den Wahlen und Referenden teilnehmen. Auch ihre anderen Rechte sind größtenteils geschmälert.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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