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Soziologe flieht wegen angeblicher Geheimdienst-Anwerbung

Von   /  21. Januar 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Der Soziologe Ewgeni Storn ist laut BBC aus Petersburg nach Irland geflohen, nachdem der russische Geheimdienst FSB angeblich versucht hatte, ihn als Spitzel anzuwerben. Der kasachisch-stämmige Soziologe lebte während mehreren Jahren ohne Staatsbürgerschaft in Petersburg und arbeitete beim „Zentrum für unabhängige soziologische Forschung“.

Nachdem ihm zuerst die russische Staatsbürgerschaft verliehen und danach wieder entzogen worden war, lebte Storn nur mit einer Aufenthaltsbewilligung in St. Petersburg. 2017 versuchte er wiederum den russischen Pass zu bekommen, wurde jedoch abgewiesen. Stattdessen wurde er nach eigenen Worten vorgeladen und von einem Offizier des FSB über seine Arbeit und seine politische Einstellung verhört. Eine weitere Vorladung wertete Storn als Anwerbungsversuch als Spitzel.

Nach der Vorladung suchte er die Hilfe von Menschenrechtsorganisationen, um eine Ausreisemöglichkeit zu finden. Mit Hilfe der amerikanischen Bürgerrechtlerin Jennifer Gaspar, die 2014 von Russland ausgewiesen worden war, der Organisation „Bürgerkontrolle“ und LGBT-Aktivisten gelang es Storn schliesslich ein Land zu finden, dass bereit war, ihn auch ohne Reisepass aufzunehmen.

Trotz massiver Schwierigkeiten konnte Storn schliesslich mit einem Visum in seiner Aufenthaltsbewilligung über Schweden und Moldawien nach Irland gelangen. Trotz der restriktiven Migrationspolitik dieses Landes hofft er dort bleiben zu können.

www.bbc.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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