Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Ticker  >  Aktuelle Artikel

Russlands Kirchen kritisieren Margot Käßmanns Wahl zu Kirchenoberhaupt in Deutschland

Von   /  5. November 2009  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

rian.- Die erstmals in der Geschichte der lutherischen Kirche erfolgte Wahl einer Frau zum Oberhaupt, zur Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirchen Deutschlands kann laut kirchlichen Würdenträgern in Russland die Kontakte dieser Kirche mit der Russisch-Orthodoxen und mit der Römisch-katholischen Kirche erschweren.

„Die Wahl von Margot Käßmann zum Oberhaupt der Evangelischen Kirche in Deutschland ist zweifellos eine innere Angelegenheit dieser christlichen Gemeinde“, sagte Mönchpriester Philipp, Vizechef der Abteilung für auswärtige Kirchenbeziehungen, in einem Gespräch mit RIA Novosti.

„Da es aber um die Geschicke des Christentums in Europa geht und da die deutsche Evangelische Kirche zu den größten gehört, zeugt die Wahl einer Frau zum Oberhaupt dieser Kirche von einem weiteren Sieg der liberalen Strömung im Luthertum“, so der Mönchpriester.

Ernennung einer Frau „bedenklich“

Die neueste Ernennung lasse ernsthaft über die Zukunft der Beziehungen zwischen der Russisch-Orthodoxen Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland nachdenken, die im zurückliegenden Jahrzehnt überaus herzlich geworden seien.

„Im neuen Testament gibt es keine Beispiele dafür“, sagte er. „Die Apostel haben ihre Nachfolger zu Priestern geweiht, nirgends steht aber, dass Frauen diese Pflicht anvertraut wurde. Wir sind bemüht, in diesen Fragen den von den Aposteln eingeführten Regeln zu folgen.“ Die Ernennung einer Frau zur Bischöfin und zum Kirchenoberhaupt führe die Gläubiger in die Irre, so der Geistliche.

Der Generalsekretär der Konferenz der katholischen Bischöfe Russlands, Igor Kowalewski, stellte in einem RIA-Novosti-Gespräch fest: „Wie die Praxis zeigt, erschwert die Weihung von Frauen zu Bischöfen des öfteren den Dialog der Katholischen Kirche mit Protestanten.“ Die Geistlichkeitskonzeption sei im Protestantismus anders als im Katholizismus.

Priesterseminar in St. Petersburg

Die mit rund 200 Gemeinden größte Vereinigung der lutherischen Kirche in Russland – die Evangelisch-Lutherische Kirche, auch „deutsche Kirche“ genannt – zählt indessen einige Dutzend weibliche Geistliche. Die Kirche hat ein Priesterseminar in St. Petersburg, an dem auch Frauen studieren.

Zugleich stellte Wladimir Kukuschkin, Chef der Administration der Evangelisch-Lutherischen Kirche, fest, dass es keine Frauen unter den Bischöfen gibt. Es gibt auch keine Kandidatinnen für diesen Posten, fügte er hinzu.

    Drucken       Email
  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 5. November 2009
  • Von:
  • Zuletzt geändert: November 5, 2009 @ 12:11 pm
  • Rubrik: Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Mitglieder der „FSB-Bande“ zu hohen Haftstrafen verurteilt

mehr…