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Russisches Theater in Vilnius weigert sich, sein 70-Jahre-Jubiläum zu feiern

Von   /  10. Oktober 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Das Ensemble des Russischen Dramatischen Theaters in Vilnius erklärte in einer öffentlichen Erklärung, warum es auf eine Feier seines 70. Geburtstages verzichtet. Nach einer gründlichen Untersuchung der historischen Hintergründe der Theatergründung am 21. September 1946 sei man zum Schluss gekommen, dass es für eine Jubiläumsfeier keinerlei Anlass gäbe.

Bei der Analyse habe sich herausgestellt, dass das Theater wie alle anderen Theater in den Sowjetrepubliken in Moskau formiert worden sei und ausschliesslich der Russifizierung „nichtrussischer Territorien“ und der Verbreitung bolschewistischer Ideologie gedient habe. Ausserdem habe das Theater die Aufgabe gehabt, die in Litauen stationierten Soldaten und Arbeiter aus Russland zu unterhalten, weshalb es den inoffiziellen Namen „Garnisionstheater“ getragen habe.

Der künstlerische Tätigkeit solcher Theater sei zwar in deren Statuten erwähnt, aber eindeutig als nebensächlich eingestuft worden. Darum könne auch im Fall des Russischen Theaters in Vilnius nicht die Rede sein von der Geburt einer künstlerischen Institution, sondern von einer reinen bürokratischen Formalität.

Eine Jubiläumsfeier, so schreibt das Ensemble des Theaters, wäre in etwa dasselbe, wie wenn man den Anschluss Litauens an die Sowjetunion oder eines der anderen sowjetischen „Pseudo-Feste“ feiern würde. Die litauische Hauptstadt hatte 2015 bereits durch die Entfernung sowjetischer Skulpturen als „Symbole der Okkupation“ für Aufsehen und für eine Verstimmung in den litauisch-russischen Beziehungen gesorgt.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.delfi.lt

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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