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Russisch-orthodoxe Kirche: Lenin soll begraben werden

Von   /  22. April 2009  /  Keine Kommentare

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rian.- Die russischen Kommunisten feiern am heutigen Mittwoch den 139. Geburtstag von Wladimir Iljitsch Lenin, Führer der Oktoberrevolution und Gründer des Sowjetstaates. In der russischen Gesellschaft ist diese Figur allerdings weiterhin sehr umstritten.

Laut den neuesten Umfragen des Meinungsforschungsinstituts WZIOM bleibt Lenin weiterhin sehr bekannt, seine Popularität sinkt zugleich kontinuierlich. Nach dem Stand vom November 2008 sank der Anteil derjenigen, die Sympathie für Lenin empfinden, innerhalb von drei Jahren von 50 auf 42 Prozent. 30 Prozent gaben an, ihre Einstellung zu Lenin sei negativ.

Laut einer anderen WZIOM-Umfrage wären 66 Prozent der russischen Bürger für eine Beisetzung von Lenins Leiche und für eine Entfernung des Lenin-Mausoleums vom Roten Platz.

„Selbst im Mausoleum gibt Lenin überaus einflussreichen Kräften in der Welt keine Ruhe“, sagte Russlands KP-Chef Gennadi Sjuganow am Vortag des Geburtstags Lenins vor Journalisten. „Er hat sich nämlich für die Ideale von Freiheit, Gleichberechtigung, Brüderlichkeit und Respektierung des werktätigen Menschen eingesetzt. Lenin hat darauf verwiesen, dass das spekulative Finanzsystem des Imperialismus über kurz oder lang zusammenbricht und pleite geht und das die kapitalistische Umverteilung der Welt zu neuen Kriegen führt.“

Für eine Beisetzung Lenins plädiert inzwischen auch die Russisch-Orthodoxe Kirche. „Die jetzige Lage von Lenins Leiche, die zur Schau gestellt worden ist, widerspricht unserer Kulturtradition“, sagte Oberpriester Wsewolod Tschaplin, Chef der Synod-Abteilung für Beziehungen zwischen Kirche und Gesellschaft, in einem RIA-Novosti-Gespräch. „Sie ist faktisch zu einem Tourismus-Magneten geworden.“

Einen neuen Anlass, sich für Lenin einzusetzen, lieferte der jüngste Sprengstoffanschlag auf Lenins Denkmal in St. Petersburg am 1. April, bei dem das Monument stark beschädigt wurde.

Wladimir Koschin, Chef der Geschäftsführung des russischen Präsidenten, sagte darauf, eine Entfernung von Lenins Leiche vom Roten Platz wäre momentan nicht ratsam. Man kann sich schwer vorstellen, wozu das führen könnte, wenn schon das Sprengstoffattentat auf Lenins Denkmal massive Protestkundgebungen ausgelöst hat, so Koschin.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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