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Petersburger Weltgetreideforum: Russland steigt zum Exportleader auf

Von   /  19. Mai 2009  /  Keine Kommentare

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rian.- Russland als einer der größten Getreideexporteure soll eine wichtige Rolle bei der Überwindung der globalen Lebensmittelkrise spielen. Diese Meinung äußerte der Leiter der russischen Präsidialverwaltung, Sergej Naryschkin in Moskau. Zudem solle Russland zur Schaffung eines neuen Getreidemarktes beitragen.

„Im vergangenen Jahr hatten wir den Beginn einer globalen Lebensmittelkrise festgestellt. Die Situation um die Lieferung von Lebensmitteln, vor allem von Getreide, an Weltmärkte hat sich kraft diverser Umstände zugespitzt. Nach Ansicht von Experten könnte die Lösung von Problemen der Lebensmittelsicherheit zu einer Triebkraft bei der Überwindung der gegenwärtigen globalen Wirtschaftskrise werden“, sagte Naryschkin dem Kanal Westi-24 des russischen Fernsehens.

In diesem Zusammenhang komme zuständigen internationalen Einrichtungen eine große Rolle zu. Das betreffe vor allem die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Die FAO habe Anstrengungen aller Länder – Produzenten und Exporteure von Getreide – zu koordinieren, damit der weltweite Getreidemarkt transparent werde, damit für alle Akteure auf diesem Markt gerechte Voraussetzungen geschaffen würden. „Hierbei muss Russland sein Wort sagen“, betonte Naryschkin.

Der Experte erinnerte daran, dass im Juni dieses Jahres in St. Petersburg ein internationales Getreideforum stattfindet. „Allein schon die Tatsache, dass dieses Treffen nach Russland einberufen wurde, zeugt vom hohen Ansehen Russlands und russischer Getreideproduzenten auf dem Weltmarkt.“ Im vergangenen Wirtschaftsjahr sei Russland zum weltweit viertgrößten Getreideexporteur aufgestiegen. Das sei unter Berücksichtigung dessen wichtig, dass Getreide in der Struktur der internationalen Lebensmittelausfuhren 40 Prozent ausmache, während auf Fleisch nur drei Prozent sowie auf Obst und Gemüse 17 Prozent entfielen, sagte Naryschkin.

Schwarzmeer-Anrainer planen „Getreidepool“

Beim Welt-Getreideforum vom 6. und 7. Juni in St. Petersburg wird es auch um die Schaffung eines „Getreidepools“ der Anrainer des Schwarzen Meeres gehen. Das sagte der Vorsitzende des Organisationskomitees des Forums und russische Vize-Premier Viktor Subkow in einem Interview für die „Rossijskaja Gaseta“. „Wir planen, beim Forum die Bildung eines Getreidepools der Schwarzmeeranrainer zu erörtern, die bereits zu den wichtigsten Akteuren auf dem Weltgetreidemarkt geworden sind. Logische Schritte dazu wären der Aufbau einer einheitlichen Infrastrukturplattform und die Ausarbeitung eines konsolidierten Kurses auf dem Getreidemarkt“, sagte Subkow.

Ihm zufolge wird die Region danach ihren Einfluss auf den Weltgetreidehandel festigen, wovon die Schwarzmeeranrainer profitieren würden. Der Vize-Premier warnte zugleich davor, den Pool als eine „Welt-Getreideregierung“, eine Getreide-OPEC zu betrachten. Subkow sieht nach eigener Aussage die Bildung einer internationalen Getreidereserve als zweckmäßig und notwendig an, damit „die Weltgemeinschaft die Möglichkeit erhält, auf Probleme mit Lebensmitteln in verschiedenen Gebieten unserer Erde schnell zu reagieren“.

Gebiet Nowgorod präsentiert riesiges Getreidesilo

Das Gebiet Nowgorod (rund 200 km von Petersburg entfernt) wird einen großen Getreidesilo mit einem Fassungsvermögen von 140 000 Tonnen vorstellen, in dem staatliche Getreidevorräte gelagert werden können. „Im Gebiet befindet sich einer der größten Getreidespeicher des Nordwestens mit einem Fassungsvermögen von 140.000 Tonnen. Wir stellen ihn wieder her. Es gibt schon einen realen Investor. Wir werden uns bemühen, dass unser Silo bei Getreideinterventionen als ein Speicher betrachtet wird, der die staatlichen Getreidevorräte lagern kann“, sagte der Gouverneur des Gebiets Nowgorod, Sergej Mitin, auf einer Pressekonferenz bei RIA Novosti.

Mitin hob hervor, dass dank des großen Speichers auch das Gebiet Nowgorod, das kein Getreide produziert, auf dem Weltforum vertreten sein wird. „Der Silo besteht bei uns zusammen mit einer Getreidemühle und einem Mischfutterwerk. Das ist ein für den Börsenmarkt geeignetes Erzeugnis von Weltrang, das sich einer Nachfrage erfreuen wird“, äußerte der Gouverneur.

(Bild: Wiki Commons)

www.rian.ru

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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 19. Mai 2009
  • Von:
  • Zuletzt geändert: Mai 19, 2009 @ 3:04 pm
  • Rubrik: Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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