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Petersburg und Moskau im Demo-Wirbel: Zehntausende demonstrieren am Samstag trotz Kälte

Von   /  3. Februar 2012  /  Keine Kommentare

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rian./eva.- Gleich mehrere Massenkundgebungen finden am Samstag in Moskau statt. Die Oppositionsdemonstration „Für faire Wahlen“ beginnt am Mittag auf dem Kaluschskaja-Platz im Stadtkern. Die Teilnehmer bilden vier Kolonnen – die Liberalen, die Linken, die Nationalisten sowie die Demonstranten, die sich zu keiner der politischen Richtungen bekennen wollen – und marschieren die etwa eineinhalb Kilometer bis zum Bolotnaja-Platz (gegenüber dem Kreml), auf dem eine einstündige Kundgebung stattfinden soll. Die Organisatoren haben 50 000 Teilnehmer angemeldet.

Etwa 15 000 Teilnehmer werden bei einer Kundgebung auf dem Hügel Poklonnaja Gora westlich vom Stadtkern erwartet, wo sich die Anhänger von Premier und Präsidentschaftskandidat Wladimir Putin versammeln sollen.

Präsidentschaftskandidat Wladimir Schirinowski, der Chef der Liberaldemokratischen Partei, organisiert zur gleichen Zeit seine eigene Kundgebung auf dem Puschkinplatz, etwa einen Kilometer nordwestlich vom Roten Platz, wo ebenfalls einige tausend Teilnehmer erwartet werden. Am Samstag ist im Moskau mit Lufttemperaturen zwischen minus 15 und minus 17 Grad zu rechnen.

Ex-Finanzminister Kudrin plant Teilnahme

Ex-Finanzminister Alexej Kudrin hat vor, an der Oppositionskundgebung am 4. Februar teilzunehmen. Darauf am Rande des Investmentforums „Russland 2012“ in Moskau angesprochen, antwortete Kudrin am Donnerstag: „Höchstwahrscheinlich nehme ich teil“.

Der ehemalige Minister, der bereits seine Bereitschaft bekundet hat, eine neue liberale Partei zu gründen, hatte schon an einer Großkundgebung der Opposition am 24. Dezember auf dem Sacharow-Prospekt in Moskau teilgenommen.

Kudrin, der den Posten des Finanzministers elf Jahre lang bekleidet hatte, wurde im September 2010 infolge von Meinungsverschiedenheiten mit Präsident Dmitri Medwedew zu einigen zentralen Fragen, darunter zu den Militärausgaben, abgesetzt.

In seiner Ansprache bei der Kundgebung Ende Dezember erklärte Kudrin, er teile die Losungen der Opposition, die gegen Manipulationen bei den Staatsduma-Wahlen protestierte, und schlug vor, eine Gruppe für Verhandlungen mit der Regierung zu bilden. Er äußerte auch seine Bereitschaft, bei solchen Verhandlungen zu vermitteln.

Wachsamkeit gegen Provokateure angesagt – Patriarch

Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland hat am Mittwoch, wenige Tage vor den geplanten Massenaktionen der Opposition in Moskau, seine Mitbürger dazu ermahnt, in „der sehr verantwortungsvollen und keineswegs einfachen Entwicklungsetappe“, die das Land durchlebt, Provokateuren kein Vertrauen zu schenken und daran zu denken, dass „der lauteste Ruf“ nicht immer die Wahrheit bedeutet.

„Wir müssen wachsam bleiben und ich rufe Sie alle heute zur Wachsamkeit auf. Sie müssen ‚Dämonen erspähen’ können und daran denken, dass der lauteste Ruf und das markanteste Wort nicht immer richtig, wahr und ehrlich sind. Unser Volk hat sich in den zurückliegenden mehr als 100 Jahren zweimal oder sogar mehr auf diese Weise verführen lassen“, sagte Kyrill am Mittwoch in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale nach einem Gottesdienst anlässlich des dritten Jahrestages seiner Inthronisierung.

Kinder kriegen statt demonstrieren: Russlands Vizeregierungschef appelliert an Patrioten

Echte Patrioten sollen nach Worten des russischen Vizeregierungschefs Dmitri Rogosin nicht an Demonstrationen teilnehmen, sondern Kinder aufziehen. „Echte russische Patrioten müssen zu Hause sitzen und Kinder gebären. Jeder muss drei Kinder haben“, sagte Rogosin am Vortag auf einer Pressekonferenz. Russen, die ihre Heimat aufrichtig lieben, sollen sich nach Ansicht des Vizepremiers nicht „auf Kundgebungen herumtreiben und sich etwas abfrieren“.

Moskauer Stadtbehörden haben einen Oppositionsmarsch am 4. Februar mit einer anschließenden Kundgebung auf dem Bolotnaja-Platz genehmigt. Bis zu 50 000 Menschen werden bei der Veranstaltung erwartet. Ähnliche Aktionen werden auch in anderen Städten des Landes organisiert.

Petersburger konnten sich auf eine Route einigen

Im Gegensatz zu Moskau konnten sich die verschiedenen Gruppierungen in Petersburg, die für faire Wahlen auftreten, mit der Regierung auf eine Demo einigen. Sie beginnt am frühen Nachmittag vor dem „Oktjabrski“-Konzertsaal und führt bis zum Marsfeld.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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