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Ozonloch schützt Antarktis-Eis – russische Wissenschaftler

Von   /  22. April 2010  /  Keine Kommentare

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rian.- Die paradoxe Situation mit der Zunahme der Eismenge an der Antarktika-Küste unter den Bedingungen der globalen Erwärmung ist auf den Einfluss des Ozonlochs am Südpol zurückzuführen. Das teilte Alexander Klepikow aus dem Forschungsinstitut für Arktis und Antarktis auf der Konferenz „Maritime Erforschung der Polargebiete der Erde im Internationalen Polarjahr“ mit.

„In den 30 Jahren der Beobachtungen mit Hilfe von Satelliten hat das Wachstum der Eismenge im Südlichen Ozean, der die Antarktika umringt, mehr als vier Prozent betragen“, sagte der Wissenschaftler.

Zugleich, so Klepikow, ging die Treibeismenge am Nordpol ständig zurück. In den Jahren 2007 bis 2008 sei das historische Minimum des Arktis-Eises in der ganzen Geschichte der Beobachtungen fixiert worden.

Der Wissenschaftler hob hervor, dass die Zunahme der Eismenge in verschiedenen Gebieten der Antarktis-Küste ungleichmäßig gewesen sei. Nach seinen Worten war ein besonders großes Wachstum der Eisfläche im Rossmeer im westlichen Teil des Pazifiksektors der Antarktika zu beobachten. Zugleich war im Raum der Bellingshausen-See eine entgegengesetzte Tendenz zu verzeichnen: eine Verringerung der Fläche der Eisdecke.

Nach den Worten Klepikows zeigten britische Forscher mit Hilfe von mathematischen Modellen und einer Analyse von meteorologischen Angaben, dass die Tendenz zur Zunahme des Eises auf die sogenannte Ozonanomalie im Raum des Südpols zurückgeführt werden kann.

Der Rückgang der Ozonkonzentration über dem Südpol führt zum Abkühlen der oberen Atmosphärenschichten und in letzter Konsequenz zu einer Verstärkung des zirkumpolaren Wirbels – der Winde, die entlang der Antarktika-Küste wehen. Diese Winde schützen die Antarktika-Zone gegen den Einfluss wärmerer Luft.

Demselben Mechanismus liegt nach den Worten Klepikows insbesondere die anomal schnelle Zerstörung des Larsen-Schelfgletschers zu Grunde. Die sich verstärkten Winde konnten den Kamm auf der Antarktischen Halbinsel überwinden und brachten im Ergebnis warme Luft zu diesem Gletscher.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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