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Greenpeace Russland besorgt über Uran-Fracht aus Frankreich

Von   /  2. Februar 2010  /  Keine Kommentare

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rian.- Abgereichertes Uranhexafluorid aus Frankreich ist am Montag auf dem Seeweg in St. Petersburg eingetroffen. Wie Greenpeace mitteilte, befinden sich an Bord der “Kapitan Kuroptew”, die im Petersburger Güterhafen liegt, 650 Tonnen radioaktives Material

„Nach dem Verladen auf Eisenbahnplattformen soll die Fracht zum Sibirischen Chemiekombinat Sewersk, Gebiet Tomsk, transportiert werden“, so die Umweltorganisation. Nach ihren Angaben stammt die gefährliche Fracht vom französischen Unternehmen Areva.

140 000 Tonnen Uranrückstände

Laut Greenpeace-Experten haben Areva und das westeuropäische Unternehmen Urenco in den vergangenen 15 Jahren rund 140 000 Tonnen Uranrückstände nach Russland geschickt. Laut der Mitteilung fordert die russische Zweigstelle von Greenpeace, den internationalen Handel mit radioaktiven Abfällen zu stoppen.

Die russische Atomholding Rosatom bittet ihrerseits die Umweltschützer, kurz vor Ablaufen der Verträge über die Einfuhr von Uranhexafluorid keine Spannungen zu schüren. „Die Verträge über die Lieferung von abgereichertem Uranhexafluorid für die anschließende Gewinnung von nützlichem Uranisotop 235U laufen in diesem Jahr ab“, sagte ein Rosatom-Sprecher RIA Novosti.

Verträge nicht verlängert

„(Rosatom-Chef) Sergej Kirijenko hatte schon im Jahr 2006 mitgeteilt, dass diese Verträge nicht verlängert bzw. nicht neu geschlossen werden. Die darüber informierten radikalen Umweltorganisationen schüren wissentlich Spannungen, um anschließend der Welt zu verkünden: ‚Wir haben dagegen protestiert, aber die Behörden haben uns kein Gehör geschenkt’. Das Ziel der Kampagne ist, ihre Mahnwachen und ihr von Massenmedien verbreitetes Gezeter zu rechtfertigen“, sagte der Sprecher.

Rosatom will im Jahr 2013 den Bau eines Lagers für radioaktive Güter der Gefahrenklasse 7 abschließen, die nach zeitweiligem Deponieren verschifft werden sollen. Die Anlage wird schon in diesem Jahr mit der Aufnahme des abgereicherten Uranhexafluorids, das jetzt aus Europa nach St. Petersburg gebracht wird, teilweise in Betrieb genommen. Die Einfuhr von Uranrückständen nach Russland soll in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Gewinnung von Uranisotop 235U genutzt

Entsprechend den internationalen Standards gilt abgereichertes Uranhexafluorid nicht als radioaktives Abfallmaterial. Es wird in russischen Betrieben zur Gewinnung von Uranisotop 235U genutzt, das bei der Produktion von AKW-Brennstoff Verwendung findet. Nach der internationalen Transportskala wird die Beförderung von abgereichertem Uranhexafluorid – ebenso wie von Mineraldünger – der drittletzten Gefahrenklasse 7 zugeordnet.

Das abgereicherte Uranhexafluorid enthält weniger spaltbares Isotop 235U als das natürliche Uranerz. Doch wegen der Verbindung mit Fluor ist dieses Material chemisch aggressiv. Aus diesem Grund wird es in Spezialcontainern unter Spezialbedingungen transportiert. Uranhexafluorid ist nur im Gaszustand, bei einer Temperatur von mehr als 20 Grad Celsius, chemisch aggressiv. Der Stoff wird gegenwärtig in festem Zustand in Containern aufbewahrt.

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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 2. Februar 2010
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  • Zuletzt geändert: Februar 2, 2010 @ 3:05 pm
  • Rubrik: Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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