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Gasprom-Turm: Denkmalschützer zittern um Petersburger Unesco-Weltkulturerbe-Status

Von   /  21. Juli 2009  /  1 Kommentar

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eva.- Zwei Dinge haben die Petersburger Denkmalschützer in Unruhe versetzt: die 33. Sitzung des Unesco-Weltkulturerbe-Kommission in Sevilla, sowie die unerwartete Streichung des Dresdner Elbtals von der Weltkulturerbe-Liste wegen dem Bau einer Autobahnbrücke. An derselben Session soll laut „Kommersant“ nämlich auch starke Kritik am geplanten Bau des Gasprom-Turms („Ochta-Zentr“) im Petersburger Zentrum geübt worden sein.

Man hielt die Unesco für einen Papiertiger

Zwar hatte vor zwei Jahren bereits eine Unesco-Kommission Petersburg wegen des geplanten architektonischen Eingriffs besucht und war zum einhelligen Entschluss gekommen, der Turm würde die einmalige flache Silhouette der Stadt an der Newa zerstören. Weder die Stadtregierung noch der Gazprom hatte diesen Richtspruch damals ernst genommen – man hielt die Unesco für einen Papiertiger. Mit dem überraschend scharfen Entscheid im Falle Dresdens hat die Unesco ein klares Signal nach Russland gegeben, das den Gegnern des Hochhauses Auftrieb verschafft.

Der Schock Dresdens

Viele halten das milliardenschwere Bauprojekt allein wegen der Wirtschaftskrise für verloren – die Kassen der Stadt und des Gazprom-Konzerns sind leer. Durch die klare Stellungnahme der Unesco im Falle Dresdens erhalten die Hochhaus-Gegner jedoch weitere schwer wiegende Argumente. Der Schock Dresdens, das unter Touristen einen ähnlichen Kultstatus geniesst wie Petersburg, lässt sich leicht übertragen. Auch hier ist mittlerweile allen klar, dass es nicht bloss „ganz nett“ ist, auf der Welterbe-Liste zu stehen, sondern dass sich der Wert des Unesco-Titels auch in Touristen- und Übernachtungszahlen ausdrücken lässt.

www.kommersant.ru

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Gazprom-Turm – die Stadt Petersburg steigt aus dem Projekt aus

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Köhler sagt:

    Die Petersburger sollten mit Einwohnern ihrer Partnerstadt Dresden sprechen. Die Stadt verspielte mit solcher Ignoranz im Streit um die Waldschlösschenbrücke 2009 seinen Welterbetitel und den Ruf als Kulturstadt. In jedem Reiseführer steht diese Schmach, deshalb sollen dort nun die Übernachtungszahlen gesunken sein. Der Welterbetitel, alle Tourismusmanager bestätigen das, ist kein „schönes Schleifchen“, wie Matijenko meint, sondern bares Geld.
    Aber für die vielen Freunde Sankt Petersburgs besteht wieder Hoffnung. Unerwartet eindeutig nämlich hat Präsident Medwedew jetzt Position bezogen und den Bau per Erlass gestoppt. Damit würden internationale Verträge gebrochen. Medwedew aber tat das, was Angela Merkel in Dresden versäumte: Die Pflichten und Interessen des Gesamtstaates gegen regionale Potentaten durchzusetzen.

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