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Finnland: Jugendamt verweigert russischer Mutter Treffen mit ihrem Sohn

Von   /  26. Februar 2010  /  3 Kommentare

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rian.- Das Jugendamt der finnischen Stadt Turku hat der russischen Bürgerin Inga Rantala Kontakte mit ihrem siebenjährigen Sohn verboten und das Kind in einem Pflegeheim untergebracht – wegen der Befürchtung, dass Inga Rantala das Kind nach Russland entführen könne. Das teilte der Vorsitzende des Antifaschistischen Komitees Finnlands, Dozent Johan Beckman von der Universität Helsinki, am Freitag RIA Novosti telefonisch mit.

Ihm zufolge lebt die russische Bürgerin Inga Rantala, Dolmetscherin von Beruf, seit zehn Jahren in Finnland. Sie ist mit einem Finnen verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn Robert hat eine doppelte Staatsbürgerschaft und besucht eine finnische Schule. „Die Sozialmitarbeiter hatten das Kind vor Weihnachten von der Schule geholt und in ein Pflegeheim gebracht. Der Grund dafür: Das Kind soll in der Schule erzählt haben, dass er mit seiner Mutter nach Russland reisen wolle“, sagte Beckman.

Die Sozialschutzbehörde betrachte dies als „drohende Entführung eines Kindes, das in Finnland geboren und aufgewachsen ist, nach Russland. Das ist der offizielle Grund für die Unterbringung des Kindes im Pflegeheim“, so Beckman. „Die Sozialmitarbeiter haben das eigenständige Recht, ein Kind wegzunehmen, wenn seine Gesundheit gefährdet ist.“ „Das Kind lebt jetzt isoliert im Pflegeheim und darf seine Mutter nicht sehen. Der Vater kann sich mit dem Sohn treffen, aber nur im Beisein von Sozialmitarbeitern. Die beiden Eltern stehen unter Schock“, so der Komiteevorsitzende.

Er merkte an, dass Inga Rantala das Recht hat, „jederzeit zusammen mit ihrem Sohn auf Reisen zu sein beziehungsweise auszureisen, wohin sie will“. Dabei hätten die Rantalas nicht die Absicht, nach Russland auszureisen, denn ihr Wohnsitz sei in Turku. Laut Beckman wird derzeit zu dem Fall ermittelt. Inga Rantala werde sich heute mit russischen Diplomaten treffen, um diese Situation zu besprechen, sagte der Komiteevorsitzende.

Das ist nicht das erste Mal, dass eine russische Bürgerin auf Beschluss der finnischen Behörden ihr Kind nicht sehen darf. Die Russin Rimma Salonen, Ex-Frau des Finnen Paavo Salonen, war in Finnland wegen Kidnapping angeklagt worden, nachdem sie im Jahr 2008 ihren Sohn Anton nach Russland mitgebracht hatte.


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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 26. Februar 2010
  • Von:
  • Zuletzt geändert: Februar 26, 2010 @ 3:18 pm
  • Rubrik: Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

3 Kommentare

  1. realsatire sagt:

    Eine gewisse moralische Distanz zu den Staatsdienern hat sich bei mir auch eingeschlichen.
    Da wählt man demokratisch seine Volksvertreter und wenn die dann einen schlechten Job machen finden die das auch noch normal. Das sie auf Kosten des Souveräns leben (ich meine damit wirklich die Steuergelder die der Bürger dem Beamtenapparat „bezahlt“) sollte zur Annahme verleiten, das wenn der Staat über 50% seiner Wirtschaftskraft in diesen Bereich steckt (siehe Staatsquote z.B. in Deutschland) sollte er anständige Arbeit dafür erwarten können.

    Mit Nichten – weder unsere Politker noch der VerwaltungsApparat selbst macht einen besseren Job als die viel gescholtenen Banker – der Souverän schaut Zu oder sitzt selbs schon auf der Staatsquote.

    Wenn das Ergebniss der Arbeit nicht mehr mit dem Ansehen und Lebensstandard gekoppelt ist – dann zeigt es die Erfahrung – tendiert die Qualität der Arbeit Richtung Süden.

    Ich wäre dafür das die Gehälter unsere Transferleistungsempfänger von den Steuernettoeinzahlern mit einem Hebesatz (50% des Gehalts ) versehen werden über den die „betroffenen Bürger“ Jahr für Jahr abstimmen können ob Sie mehr Steurn zahlen wollen oder die Beamten abstrafen. Das würdedie Qualität der Arbeit unserer „vom Volk bestellten“ staatlichen TRANSFERLEISTUNGS Empfänger doch gleich radikal verbessern.

  2. Damos sagt:

    Als Deutscher kann ich nur sagen,“ Verdammt noch mal wann ist endlich Schluß mit den total überdrehten und machtdemonstrierenden Behörden.“ Wenn ich so etwas nur schon lese kommt mir dir Galle hoch. Ich kann nur hoffen das jeder Beamte der meint seine Macht gegenüber Bürgern ausspielen zumüssen irgendwann in irgend einer Form seine gerechte Strafe bekommt, das wünsche ich jedem einzelnem. Insbesondere die Jugendämter, deren Mitarbeiter leider alle nicht mehr realitätsbewust sind.

  3. realsatire sagt:

    Da reagiert so ein Beamtenstaat aber gewaltig über. Ein – soweit die Medien berichten – normale und funktionale Famile zu zerpflücken weil dem Kindeswohl plötzlich „Gefahr droht“ ist ja auch in Deutschen Landen nicht unüblich. Ob der Junge sich nur auf seine Ferien in Russland gefreut hat oder eine längere Reise geplant ist – geht ja leider nicht aus den Berichten vor. Eine Entführung scheint aber keineswegs geplant – Die vermutlich überbezahlten Mitarbeiter der Behörden sollte man zum Schutz des „allgemein Wohls“ zum Rentierhüten nach Lappland Dienstverpflichten. Da richten sie weniger Schaden an.

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