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Finnen wollen Russisch statt Schwedisch lernen

Von   /  1. Oktober 2010  /  Keine Kommentare

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rian.- Laut der staatlichen „Rossijskaja Gaseta“ wird Russisch in den ostfinnischen Provinzen immer populärer. Dies hängt nicht mit den niedrigeren Preisen in den Geschäften, sondern damit zusammen, dass mehr Ostfinnen Russisch sprechen wollen. Finnlands Regierungschefin Mari Kiviniemi unterstützte den Vorschlag, die Schwedischunterricht durch Russischunterricht in den ostfinnischen Schulen zu ersetzen. Vorher hatten die Politiker und Beamten der mit Russland benachbarten Gebiete diese Idee vorgeschlagen.

Doch eine endgültige Entscheidung ist noch nicht getroffen worden. Die Frage wird im Frühjahr bei den Parlamentswahlen in Finnland erörtert. Die finnische Zentrumspartei mit Kiviniemi an der Spitze richtet sich bekanntlich mehr nach den Stimmen der Ostfinnen. Deswegen muss sie die in dieser Region herrschenden Stimmungen berücksichtigen. Laut ostfinnischen Politikern muss Russisch als Minderheitensprache anerkannt werden. Zudem muss Russisch seine Präferenzen ausnutzen – wie beispielsweise die Zigeunersprache, Tatarisch oder Saamisch.

Ostfinnlands Politiker sind zu verstehen. Die Zusammenarbeit mit Russland nimmt mit jedem Jahr zu. Die Zahl der russischen Touristen in Ostfinnland geht ebenfalls nicht zurück. Laut Prognosen wird sich die Zahl der russischsprachigen Einwohner in Suomi in zehn Jahren verdoppeln und 100.000 Menschen ausmachen. Dabei ist in Finnland der Mangel an russischsprachigen Fachkräften nach wie vor zu erkennen. Viele finnischen Arbeitsgeber fordern bei der Einstellung der Mitarbeiter zumindest Grundlagenkenntnisse in Russisch.

„Ich arbeite mit Karelien zusammen. Wir kaufen Holz an. Hätten meine Mitarbeiter kein Russisch gesprochen, hätten wir nicht arbeiten können. Mann muss doch Verhandlungen führen, Verträge abschließen, Fragen vor Gericht klären, Delegationen empfangen“, sagte der Chef einer finnischen Firma.

Deswegen hat er russische Einwanderer eingestellt. In Finnland gebe es sehr wenig Finnen, die gut Russisch sprechen. Andere Unternehmer und Beamten aus Ostfinnland teilen diese Meinung. Sie haben vorgeschlagen, dass die Schüler in Ostfinnland Russisch statt Schwedisch (zweite Staatssprache in Finnland) lernen müssen.

„In Finnland gibt es zwei Schulen, wo Russisch von der ersten bis zur Abschlussklasse gelernt wird. Zudem haben die Einwanderer aus Russland die Möglichkeit, zwei Stunden in der Woche die Muttersprache in der Schule zu lernen“, sagte Tatjana Klejerowa, Chefin des Russischen Zentrums für Wissenschaft und Kultur in Helsinki. Die Interesse an der russischen Sprache nehme in Finnland zu. Dennoch werde diese Tendenz durch viele Faktoren gebremst, sagte Klejerowa.

Erstens gebe es zu wenig Lehrer und Lehrbücher. Zweitens sei unter den Schuldirektoren Passivität zu erkennen. Einige seien der Ansicht, dass es bereits genug Möglichkeiten gebe, um die russische Sprache zu erlernen. Darüber hinaus müsse man die Verfassung verändern, um Russisch auf das Niveau der schwedischen Sprache zu bringen. Dafür brauche man mehrere Jahren, schlussfolgerte Klejerowa.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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