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Entführung eines Homosexuellen nach Tschetschenien verhindert

Von   /  18. Juli 2018  /  Keine Kommentare

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1eva.- LGBT-Aktivisten und die Petersburger Polizei verhinderten die Entführung des homosexuellen Tschetschenen Zelimchan Achmadow, der sich in Petersburg vor seiner Familie und der tschetschenischen Polizei versteckt hielt, schrieb die «Nowaja Gazeta» am 16. Juli. Drei Tage zuvor wurde Achmadow unweit seiner geheimen Unterkunft im Petersburger Zentrum von vier Männern gepackt und in einen Wagen gezerrt. Sie sprachen tschetschenisch unter einander und einer von ihnen besass einen Polizeiausweis, der sich hinterher jedoch als gefälscht erwies.

Sie brachten ihn in ein Hostel, wo sein Vater auf ihn wartete, allerdings gelang es ihm, unterwegs seine Helfer einer LGBT-Organisation zu benachrichtigen, die wiederum die Polizei alarmierten. Das rasche Handeln der Polizei rettete Achmadow vermutlich das Leben, denn auf Geheiss seines Vaters sollte er eine Videobotschaft aufnehmen, in der er seine Entführung und seine homosexuelle Orientierung widerrief. Danach wäre er wahrscheinlich nach Tschetschenien gebracht und getötet worden, um die «Ehre der Familie» zu retten.

Laut Achmadow war dies bereits der fünfte Versuch, ihn gewaltsam nach Tschetschenien zurückzubringen. Seine Familie wurde offenbar von der tschetschenischen Obrigkeit gezwungen, die «Angelegenheit zu regeln», um ihre Reputation in Tschetschenien nicht zu verlieren. Wie die «Nowaja Gazeta» schreibt, ist Achmadows Familie im Autohandel in Samara und in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny tätig.

2017 veröffentlichte die «Nowaja Gazeta» Berichte über die planmässige Verfolgung von Homosexuellen und ihrer Verwandten in Tschetschenien, bei der es zu schweren Folterungen und Morden in geheimen Gefängnissen kam. Daraufhin setzte eine Fluchtwelle von Homosexuellen aus der Republik in andere Regionen und ins Ausland ein, bei der LGBT-Aktivisten Hilfe leisteten. Nach internationalen Protesten behauptete der tschetschenische Führer Ramsan Kadyrow, es gäbe weder Homosexuelle noch deren Verfolgung in seiner Republik.

www.novayagazeta.ru

www.newsru.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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