Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Ticker  >  Aktuelle Artikel

„Arctic Sea“ – Nato war die ganze Zeit orientiert und sagte nichts?

Von   /  23. August 2009  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

rian/eva.-Vier Tage nach der Befreiung des Frachters „Arctic Sea“ hat ein Moskauer Gericht am Freitag die acht mutmaßlichen Entführer verhaftet.

Auch die Besatzungsmitglieder befinden sich vorläufig in Haft – solange bis erwiesen sei, dass sie mit der Entführung nichts zu tun hätten, liess die Staatsanwaltschaft verlauten.

Nach Angaben der Ermittler handelt es sich bei den Verdächtigen um zwei russische Bürger, einen Letten und drei Staatenlose. Die Staatsangehörigkeit des achten Verdächtigen konnte bislang nicht geklärt werden. Die meisten von ihnen sollen aus der estnischen Hauptstadt Tallinn stammen.

Schiffbrüchige Umweltschützer?

Die Verdächtigen beteuern ihre Unschuld. „Wir haben den Frachter nicht gekapert. Unser Schiff war untergegangen, wir wollten uns nur retten“, sagte der Verdächtigte Igor B. vor dem Gericht. Er und seine Kollegen hätten keine Waffen bei sich. Seinem Anwalt zufolge handelt es sich bei den Verdächtigen um „friedliche Umweltschützer“.

Die unter maltesischer Flagge fahrende „Arctic Sea“ mit russischer Besatzung war nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums am 24. Juli in der Ostsee von Piraten gekapert worden. Nach einer dreiwöchigen Geisterfahrt meldete die russische Marine die Befreiung des Schiffes vor den Kapverden.

Nato war angeblich informiert

Die Gerüchteküche brodelt inzwischen weiter – den Angaben der russischen Marine und Justiz schenken die wenigsten Glauben. Süddeutsche Zeitung sorgte mit der Meldung für Aufsehen, nach der die Nato die ganze Zeit gewusst hat, wo sich das angeblich verschollene Schiff befindet, sich aber bewusst nicht eingemischt.

Neue Fragen wirft auch die Tatsache auf, dass für den Transport der Verdächtigen und der Besatzung drei riesige Il-76 – Maschinen verwendet wurden – Maschinen, in denen tonnenschweres Material von Panzern bis hin zu Marschflugkörpern transportiert werden können.

www.rian.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

„Arctic Sea“-Entführern drohen lange Freiheitsstrafen

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Britisches Generalkonsulat in St. Petersburg geschlossen

mehr…