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Affäre Sedelmayer: Berliner Gericht bewilligt Beschlagnahmung von „Russlandhaus“ zur Schuldentilgung

Von   /  23. September 2009  /  Keine Kommentare

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rian.- Das Russland-Haus an der Friedrichstraße in Berlin soll laut Gerichtsbeschluss einem Insolvenzverwalter übergeben werden. Das berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Dienstag. Damit wurde einer Klage des deutschen Unternehmens Franz Sedelmayer entsprochen, der von Russland eine Schuldentilgung in Höhe von mehr als vier Millionen Euro verlangt. Das Gebäude ist im Besitz des russischen Staats für das die Föderationsagentur für GUS-Angelegenheiten, für die Landsleute im Ausland und die internationale humanitäre Zusammenarbeit zuständig ist.

Sedelmayer fordert Rückerstattung von Renovationskosten

1991 hatten Sedelmayers Firma SGC International und das Innenministerium von St. Petersburg ein Joint Venture gegründet. Der Beitrag der Behörde zum Stammkapital bestand in einer Stadtvilla auf der Kamenny-Insel in Sankt Petersburg, in dem die Behörde untergebracht war. 1995 wurde das Gebäude der Geschäftsverwaltung des Präsidenten Russlands übergeben. Sedelmayer forderte anschließend, ihm die Kosten für die Rekonstruktion des Gebäudes zurückzuerstatten. Die Internationale Schiedsgericht in Stockholm entschied 1998, dass Sedelmayer die Ausgaben in Höhe von 2,35 Millionen Dollar ersetzt bekommt. Russland verweigerte allerdings diesen Beschluss.

Russische Seite hält Gerichtsbeschluss für unannehmbar

Das siebenstöckige russische Zentrum der Wissenschaft und Kultur, auch Russland-Haus genannt, wurde 1984 errichtet. Seine Gesamtfläche beträgt 29 000 Quadratmeter: Drei Konferenzsäle, einen Filmsaal für 188 Plätze, ein Konzertsaal für 494 Plätze, vier Ausstellungsräume mit einer Fläche von 230 bis 280 Quadratmeter sowie ein 1 700 Quadratmeter großes Foyer.

Wie der Direktor der Einrichtung, Michail Wladimir, in der Zeitung mitteilte, hat die russische Seite bereits „juristische Schutzmaßnahmen ergriffen“. „Die russische Seite betrachtet die Gerichtsbeschlüsse als absolut unbegründet und unannehmbar. Sie bedrohen die normale Arbeit des Russischen Hauses für Wissenschaft und Kultur, deren Tätigkeit auf der Grundlage von bilateralen Vereinbarungen erfolgt.“

Bild: www.russisches-haus.de

www.rian.ru

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  • Veröffentlicht: 8 Jahren vor auf 23. September 2009
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  • Zuletzt geändert: September 23, 2009 @ 11:45 am
  • Rubrik: Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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