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Jugendstraftäter aus Russland und der Schweiz messen sich online – in Schach

Von   /  27. März 2017  /  Keine Kommentare

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spn.- Jugendliche aus der Schweizer Erziehungszentrum Pramont (Kanton Wallis) und mehreren russischen Erziehungskolonien haben an einem besonderen Online-Schachturnier in Moskau teilgenommen. Das Spiel wurde unter der Schirmherrschaft von Schachweltmeister Anatoli Karpow abgehalten.

In der Aula des Justizvollzugsdienstes stehen zwei Bildschirme einander gegenüber, die die Mannschaften aus der Schweiz und den russischen Regionen – den Gebieten Tula, Brjansk, Archangelsk, Nowosibirsk, der Region Krasnodar und der Republik Udmurtien – zeigen.  Großmeister Anatoli Karpow erklärt das Turnier für eröffnet: Jeder verfolgt gespannt die Bewegung der Figuren auf dem Bildschirm.

„Es ist großartig, dass dieses Programm entstanden ist, dass internationale Meisterschaften bereits zwischen Russland und den USA stattgefunden haben, und jetzt schon zum zweiten Mal mit der Schweiz. Als minderjährig gelten dort Jungs unter 23 Jahren, bei uns unter 18. Wir spielen etwas besser Schach, weil wir uns schon lange mit dem Programm befassen. Letztes Mal haben die Schweizer kein einziges Spiel gewonnen, und heute kam es plötzlich zu 1:1“, kommentiert Anatolij Karpow das Spiel gegenüber Sputnik.

Der bekannte russische Schachspieler startete dieses Programm vor 18 Jahren in Russland, und jetzt läuft es in den USA, in der Schweiz, in Brasilien und in Chile.  „Ich denke, dass wir bald das erste internationale Turnier organisieren, an dem alle Länder teilnehmen werden. Die Jungs sehen einander per Skype und können Fragen stellen. Bei uns gibt es keine Zensur, wir haben keine Zwischenfälle gehabt. Diese Spiele sind wie Schachturniere der höchsten Klasse, “ so der Großmeister.

Kürzlich sei ein Abkommen für die nächsten drei Jahre geschlossen worden, das vor allem den gesundheitlichen Zustand der Sträflinge betreffe, wie der schweizerische Botschafter in Russland, Yves Rossier, sagte. „Die Justizvollzugsdienste von Russland und der Schweiz arbeiten bereits seit 20 Jahren zusammen. Die beiden Länder fühlen sich gleich verantwortlich gegenüber den verurteilten Jugendlichen, die wieder auf freien Fuß kommen sollen. Für sie sind soziale Betreuer und Bildungsprogramme da.“

Die Jugendlichen bereiteten sich sehr lange auf das Schach-Turnier vor. Zuerst nehmen sie an Wettbewerben innerhalb ihrer Jugendwerkhöfe teil und studieren aufmerksam die Theorie. Einige von ihnen spielten schon bevor sie in den Jugendwerkhof geraten waren Schach, aber die meisten entdeckten erst hier ihr Interesse an dem intellektuellen Spiel.

Das jüngste Turnier fand in zwei Runden statt. Jeder Teilnehmer spielte zwei Schachpartien. Die erste Runde wurde mit einem  5:1 zum Vorteil des russischen Teams abgeschlossen. Die zweite Runde endete mit einem 5:0, ebenfalls zugunsten der russischen Schachspieler. Letztendlich hat die russische Mannschaft mit 11:1 gewonnen. Der beste Spieler des Turniers, Andrej aus Ischewsk, erhielt vom Erziehungsbeirat eine Prämie in Höhe von 15 000 Rubel. Den anderen Schachspielern wurden Ehrenurkunden verliehen.

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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