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Reiche Weißrussen auf Einkaufstour in Polen und Litauen

Von   /  16. Oktober 2012  /  Keine Kommentare

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rian.- Trotz der Kontroversen mit dem Westen um den politischen und wirtschaftlichen Kurs Weißrusslands zieht es die weißrussische Elite in die benachbarten EU-Länder, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta““ am Freitag. Vor den Botschaften der Nachbarländer Polen und Litauen stehen die Weißrussen Schlange, um ein Schengen-Visum zu bekommen.

Für weißrussische Bürger mit einem Monatseinkommen von umgerechnet mehr als 500 US-Dollar gehören Shoppingtouren nach Litauen oder Polen mittlerweile zum Alltag. Dort decken sie sich mit Haushaltsgeräten, Kleidung und Lebensmitteln ein.

Nach Angaben der Weißrussischen Eisenbahn reisten im vergangenen Jahr mehr als 188 000 Menschen nach Litauen, was um 53 Prozent  mehr als 2010 sei. Immer mehr weißrussische Unternehmer sind in den baltischen Ländern und in Polen aktiv und kaufen dort Immobilien.

In den litauischen Medien sorgten Berichte für Aufsehen, dass weißrussische Politiker und Großunternehmer trotz der zur Schau gestellten Nähe zu Russland lieber in Richtung Westen schauen. Der litauische Fernsehsender TV3 berichtete, dass die regierungsnahen Oligarchen Alexander Schakutin und Juri Tschisch Luxus-Immobilien in Vilnius erworben haben. Gegen Letzteren hatte die EU übrigens Sanktionen verhängt. Auch Premier Michail Mjasnikowitsch und der frühere Außenminister Sergej Martynow sollen Immobilien in der litauischen Hauptstadt besitzen.

Litauischen Quellen zufolge wollen weißrussische Top-Beamte und Unternehmer sich auf diese Weise eine Lobby in Europa verschaffen. Mehrere litauische Politiker sagten aber direkt, dass diese Versuche vergeblich seien. „Das Kontrollsystem über die Umsetzung der EU-Beschlüsse macht solche Versuche sinnlos“, sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses des litauischen Parlaments und Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE), Emanuelis Zingeris.

Nach seinen Worten äußert sich darin das Misstrauen der weißrussischen Elite zu dem System, dass sie selbst aufgebaut hat. „Sie kaufen Immobilien, die durch EU-Gesetze geschützt sind. Sie wollen, dass ihre Kinder an europäischen Universitäten studieren“, betonte Zingeris.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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