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Putin und Erdogan trafen sich in St. Petersburg

Von   /  25. November 2013  /  Keine Kommentare

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rian.- Neben Wirtschaftsfragen erörtert der türkische Ministerpräsident Recep Tayip Erdogan bei seinem Russland-Besuch mögliche Schritte zur Lösung des Syrien-Konfliktes, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag in Strelna bei St. Petersburg. Der Außen-, der Energie- und der Wirtschaftsminister der Türkei begleiten Erdogan an die vierte Sitzung des russisch-türkischen Kooperationsrates, was von der Ernsthaftigkeit der Absichten Ankaras zeugt.

Der Bau des Atomkraftwerkes Akkuyu und der South-Stream-Pipeline sind die wichtigsten Wirtschaftsprojekte zwischen Russland und der Türkei. Der Bau des Kernkraftwerks wird auf 20 Milliarden Dollar geschätzt. „Wir legen sehr viel Wert darauf, und der Umstand, dass wir den ersten Schritt in dieser Richtung mit Russland unternehmen, spricht für sich selbst“, betonte der türkische Ministerpräsident.

Der Bau der South-Stream-Pipeline zwischen Russland und Bulgarien wurde von der Türkei lange Zeit wegen Umweltbedenken blockiert. Im Winter 2011 gaben die Türken ihren Widerstand auf. 56 Prozent ihres Gasbedarfs deckt die Türkei dank Lieferungen aus Russland. Ein anderer wichtiger Kooperationsbereich ist der Tourismus. Die Türken würden gern noch mehr russische Urlauber ins Land holen (2012  machten rund vier Millionen Russen Urlaub an der Ägäis).

Auch im Rüstungshandel bieten sich gute Perspektiven. Im Sommer zog Russland gegen China bei einer türkischen Ausschreibung über Luftabwehrsysteme jedoch den Kürzeren. Peking und Ankara scheinen sich allerdings nicht einigen zu können. Russland könnte nun als Ersatz einspringen. Wie der türkische Abgeordnete Sinan Ogan sagte, sucht die Türkei nach Partnern für den Bau von Waffen. Als Nato-Mitglied sei die Türkei daran interessiert, „dass die russischen Waffen Nato-kompatibel sind“.

Nicht ausgeschlossen ist auch, dass über eine Mitgliedschaft der Türkei in der Zollunion verhandelt wird, der derzeit Russland, Weißrussland und Kasachstan angehören. Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew hatte einen Anschluss der Türkei an das Handelsbündnis vorgeschlagen. Ende Oktober soll Erdogan entsprechende Gespräche angeregt haben, nachdem die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei erneut auf Eis gelegt worden waren.

Bei Erdogans Besuch in St. Petersburg steht zudem das iranische Atomprogramm, die Situation um den Irak und die Konfliktregelung in Bergkarabach (zwischen Aserbaidschan und Armenien) sowie die Syrien-Frage auf der Tagesordnung. Trotz unterschiedlicher Positionen sind sich Moskau und Ankara einig, dass der Syrien-Konflikt mit diplomatischen Mitteln gelöst werden muss.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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