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Putin optimistisch über Lösung der Eurokrise und sichert Beistand zu

Von   /  7. Juni 2012  /  Keine Kommentare

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rian.- Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich bei einem Treffen mit EU-Spitzenpolitikern optimistisch über die Lösung der Wirtschaftsprobleme in Europa geäußert und Hilfe angeboten.

Russland gehe von einer optimistischen Prognose aus, auch wenn einige Überraschungen möglich seien, sagte Putin am Montag beim Russland-EU-Gipfel in Sankt Petersburg. Eine Rezession in Europa würde die russische Wirtschaft unmittelbar tangieren, sagte Putin. „Deshalb hoffen wir, dass unsere Kollegen in der EU mit den jetzigen Schwierigkeiten fertig werden… Wir sind bereit, zu diesem Prozess beizutragen.“

Barroso: Visaerleichterung zwischen Russland und EU schon in absehbarer Zeit

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hält einen vereinfachten Reiseverkehr zwischen der Europäischen Union und Russland für wichtig und schon in absehbarer Zeit für möglich.

„Das hängt vom politischen Willen aller 27 EU-Staaten aber auch von technischen Fragen ab, mit denen sich auch die russische Regierung befassen muss“, sagte Barroso. Einen Fortschritt werde es schon in der nahen Zukunft geben. „Das ist sehr wichtig für die russischen Staatsbürger, aber auch im Interesse der Europäischen Union.“ Als Vorbild nannte Barroso die vereinfachten Visaformalitäten zwischen Russland und Finnland.

Barroso: Visafrei von Lissabon bis Wladiwostok ist gemeinsames Ziel Russlands und der EU

Ein visumfreier Raum wie auch eine Freihandelszone zwischen Lissabon und Wladiwostok sind laut Jose Manuel Barroso, Vorsitzender der EU-Kommission, ein gemeinsames Ziel von Russland und der EU.

„Im vergangenen Jahr haben wir unseren Standpunkt zur Herstellung einer Freihandelszone zwischen Lissabon und Wladiwostok dargelegt, wir teilen diese Position“, erklärte er.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung sei Russlands Beitritt zur WTO. „Ein visumfreier Raum und visumfreie Reisen zwischen Russland und der EU sind unser gemeinsames Ziel, und wir haben dabei bestimmte Erfolge erzielt“, fügte er hinzu.

Putin: EU-Forderungen zu Wirtschaftsteil von neuem Partnerschaftsabkommen nicht annehmbar

Die EU-Anforderungen an die Vorbereitung eines neuen Partnerschaftsabkommens mit Russland gehen laut Präsident Wladimir Putin über den Rahmen der Verpflichtungen hinaus, die Russland beim WTO-Beitritt übernommen hat. Dies kann Moskau vorerst nicht akzeptieren, so der russische Staatschef. 

„Ich will kein Hehl daraus machen, dass unsere europäischen Kollegen im Zuge der Verhandlungen Forderungen formulieren, die nach unserer Ansicht über den Rahmen der Verpflichtungen hinausgehen, die die Russische Föderation beim WTO-Beitritt übernommen hat“, sagte Putin. 

Darauf angesprochen, inwieweit der bevorstehende WTO-Beitritt Russlands die Formulierung des wirtschaftlichen Teils des neuen Partnerschaftsabkommens zwischen der EU und Russland erleichtern kann, verwies Putin darauf, dass Russland die Verhandlungen über seinen WTO-Beitritt mit allen Partnern, darunter mit der EU, bereits abgeschlossen hat. 

„Wir haben bereits alles abgestimmt und alles signiert, vorerst können wir keine zusätzlichen Verpflichtungen übernehmen, weil wir in diesem Fall diese Verpflichtungen auch für die anderen WTO-Mitgliedsländern gelten lassen müssen bzw. unsere Verhandlungen mit den anderen Ländern neu anfangen und bestimmte besondere Beziehungen zwischen der EU und Russland herstellen. Dabei müssen allerdings Interessen der anderen WTO-Mitglieder ignoriert werden. Wir hören aber einander, wir verstehen einander und werden diese Probleme auf der Expertenebene diskutieren.“

Silberschatz besichtigt

Nach dem Gipfel besichtigte Präsident Wladimir Putin zusammen mit dem Vorsitzenden des Europa-Rates Herman van Rompuy und dem Vorsitzenden der EU-Kommission José Manuel Barroso eine Ausstellung von Silberantiquitäten, die im März 2012 in einem Anwesen der Adelsfamilie Naryschkin in St. Petersburg entdeckt worden waren.

Die aus 340 einmaligen Silbergegenständen bestehende und drei Säle einnehmende Exposition ist ein Teil der Ausstellung „Geheimnisse von Sankt Petersburg“, die am Montag im Konstantinowski-Palast von Sankt Petersburg eröffnet wurde. 

Den hohen Gästen wurden mehrteilige Silberservices und andere Gegenstände aus dem 18. und 19. Jahrhundert gezeigt, die von bekannten Goldschmieden jener Zeit stammen. 

Wie früher mitgeteilt worden war, hatten Bauleute am 28. März bei Sanierungsarbeiten in einer Villa des Fürsten Wassili Naryschkin in der Stadtmitte von St. Petersburg in einem Geheimraum zwischen dem zweiten und dem dritten Stockwerk wertvolle Antiquitäten aus dem 18. und 19. Jahrhundert entdeckt. Hunderte von Silbergegenständen waren sorgfältig eingepackt, manche davon in Zeitungen, datiert von Juni bis September 1917. 

Wie Wladimir Putin zum Abschluss einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen des Russland-EU-Gipfels sagte, hatte eine Sankt Petersburger Familie den Silberschatz kurz vor dem Machtantritt der Bolschewiki 1917 versteckt und darauf Russland verlassen.

An der Stelle der heutigen Naryschkin-Villa befanden sich ab 1750 zwei Häuser, eines davon gehörte Abram Gannibal, dem Urgroßvater des berühmten russischen Dichters Alexander Puschkin. 1832 wurden die beiden Bauten nach einem Projekt des Architekten Lehmann zusammengelegt. 1875 hatte Fürst Wassili Naryschkin die Villa erworben, die später vom Baumeister Robert Gödicke modernisiert wurde. Das Naryschkin-Palais in St. Petersburg wird gegenwärtig restauriert.

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  • Veröffentlicht: 6 Jahren vor auf 7. Juni 2012
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  • Zuletzt geändert: Juni 7, 2012 @ 12:29 pm
  • Rubrik: Politik, Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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