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Nawalnys-Wohnungsskandal – Moskauer Wahlkampf dringt bis nach Petersburg

Von   /  14. August 2013  /  Keine Kommentare

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eva.- Erstmals dringen die Geräusche des lauten Wahlkamps um das Moskauer Bürgermeisteramt bis nach St. Petersburg. Der bekannte Blogger Alexei Nawalny, der kürzlich wegen angeblicher Unterschlagung zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt und danach trotzdem zum Wahlkampf zugelassen worden war, betreibt mit seinen Enthüllungen Stimmenfang.

Auf seinem Blog informierte er über eine 200 Quadratmeter grosse Wohnung an der Petersburger Malaja Konjushennaja-Strasse 14, die der 27-jährigen Tochter des bisherigen kremlnahen Kandidaten Sergei Sobjanin, Anna Sobjanina gehört. Woher, so fragt Nawalny, kommt das Geld für eine 116 Millionen Rubel teure Wohnung, wenn Sergei Sobjanin in den letzten zehn Jahren als Staatsangestellter nicht mehr als 27 Millionen Rubel verdient hat?

Im selben Blog machte er publik, dass Anna Sobjanina vor zwei Jahren Miteigentürmerin der Bau- und Möbelfirma „Forus-Group“ wurde, die bereits eine Reihe lukrativer Aufträge zur Ausstattung von Regierungsgebäuden erhalten hat.

Zuvor hatte Sobjanin Angaben über die grosse Wohnung der zweiten jüngeren Tochter Sobjanins im Zentrum Moskaus veröffentlicht und nach der Herkunft des Geldes für solche Immobilien gefragt. Kurz darauf führte die Polizei bei Sympatisanten von Nawalny eine Hausdurchsuchung wegen angeblich illegalem Agitationsmaterial durch.

Ausserdem beschuldigt die Staatsanwaltschaft den Oppositionellen, seinen Wahlkampf mit Hilfe ausländischer Geldgeber zu finanzieren. Nawalny hingegen bezeichnete die Aktionen der Justiz als Racheakt seines Konkurrenten Sobjanin für die Enthüllungen über sein Vermögen.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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