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Nationalisten „säubern“ Petersburger Metrostationen von ausländischen Händlern

Von   /  31. Juli 2013  /  2 Kommentare

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eva.- Während der letzten drei Tage kam es an den Metrostationen „Staraja Derewnaja“, „Pionerskaja“ und „Prospekt Prosweschenia“ zu „Säuberungsaktionen“ durch nationalistische Gruppierungen und die Polizei. Die Kontrollen stehen im Zusammenhang mit den Vorgängen in Moskau, nach einer Schlägerei zwischen einem Gastarbeiter und einem Polizisten die Märkte der Stadt harschen Kontrollen unterzogen wurden.

Wie Fontanka.ru schreibt, zogen mehrere Dutzend Männer durch die Stände der Peterburger Metrostationen und verlangte von den Verkäufern von Früchten und Gemüse, ihre Dokument vorzuweisen. Als sich diese als Ausländer erwiesen, begann man ihnen die Gesetzestexte vorzulesen, die Ausländern den Handel auf dem Markt verbietet. Gleichzeitig begann die Polizei, die von den Nationalisten herbeigerufen worden war, die Markststände und ihre Betreiber zu kontrollieren, worauf viele Verkäufer flüchteten.

Der Grossteil der stehen- und liegengelassene Ware wurde ordnungsgemäss von der Polizei konfisziert, an einigen Orten wurden jedoch Stände umgekippt und Früchte und Gemüse auf den Boden geworfen. Stellenweise stellten sich die Ausländer den Nationalisten entgegen, gaben ihren Widerstand jedoch beim Anzug der Polizei auf. Offiziell kam es bisher zu keiner Gewaltanwendung, jedoch zu einigen Festnahmen illegaler Fremdarbeiter.

Die „Kontrollen“ wurden durch Nikolai Bondarik, einem nationalistischen Oppositionspolitiker, und seinem politischen Weggefährten Dmitri Ewtuschenko koordiniert. Sie begründen die Pogrome damit, dass man die Zahl der illegal in Russland lebenden Ausländer vermindern müsse, indem man ihnen ihre Arbeit auf den Märkten wegnehme und kündeten weitere ähnliche Aktionen an.

Der Kampf gegen Fremdarbeiter ist ein populäres Thema in der russischene Politik – obwohl die Ausländer auch hier einen Grossteil der schmutzigen und schlecht bezahlten Arbeit verrichten und vielerorts, z.B. auf Baustellen unentbehrliche Billigarbeiter sind. Auf den Märkten in Moskau, die trotz des Arbeitsverbots noch heute grösstenteils von Ausländern betrieben werden, kommt es immer wieder zu Spannungen.

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. eva sagt:

    Was mit den konfiszierten Waren geschehen ist, weiss ich auch nicht. Ich nehme an, sie werden einfach in den Müll gewandert sein, wie das mit verderblichem Waren geschieht, wenn sie illegal verkauft oder transportiert werden.

  2. Vor 4 Wochen konnte ich beobachten, wie Polizisten die Gemüse- / Obstwaren eines Händlers körbeweise in ein Polizeiauto trugen. Es stellt sich die Frage,
    was macht die Ordnungsbehörde damit, denn der (vermeintlich illegale Händler)
    hatte seine Waren ja irgendwie auch transportiert?

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