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Märsche gegen den Krieg in der Ukraine in vielen russischen Städten

Von   /  22. September 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- In Moskau ging am 21. September ein Friedensmarsch gegen den Krieg in der Ostukraine über die Bühne. Dem Aufruf der Friedensbewegung folgten tausende in anderen russischen Städten, unter anderem auch in Petersburg, wo die Aktion trotz des Verbots stattfand.

In Moskau begann die genehmigte Demonstration bei der Metro „Puschinskaja“ und bewegte sich über den Prospekt Sacharowa zum Sadowoje Kolzo. Die Kundgebung war auf 50.000 Personen begrenzt, wie immer gehen die offiziellen und inoffiziellen Angaben über die Teilnehmerzahl weit auseinander. Während die Polizei von 5000 Teilnehmern spricht, melden inoffizielle Kreise bis zu fünf Mal so viel und mehr.

Mitgetragen wurden gelbblaue ukrainische Flaggen und eine Vielzahl von Bannern und Transparenten, auf denen die Beendigung des Kriegs in der Ostukraine und der Einmischung Russlands in diesen Konflikt gefordert wurden. Ausserdem wurde die russische Regierung aufgefordert keine russischen Wehrpflichtigen mehr ins Krisengebiet zu schicken und die Unterstützung der Separatisten mit Kriegsmaterial und Propaganda in den Medien einzustellen.

Auch Nationalisten zeigen sich an der Demo

Obschon der grösste Teil der Demonstranten gegen dem Krieg und die Okkupation der Krim durch Russland auftraten, zeigten sich auch Befürworter der Krim-Annektion und der selbsternannten „Volksrepubliken“ in Lugansk und Donezk. Die Riesenkundgebung verlief unter massivem Polizeiaufgebot grösstenteils friedlich, vereinzelt kam es zu Handgemenge zwischen Kriegsgegnern und Nationalisten.

In St. Petersburg war die Friedensaktion von der Regierung nicht genehmigt worden – darum beschloss die Opposition, einen „Volksspaziergang“ zu unternehmen. Einige hundert „Spaziergänger“ versammelten sich bei der Metro „Gorkowskaja“ und wanderten über die Troizki-Brücke in Richtung Stadtzentrum. Auf dem Marsfeld fand am selben Tag eine offiziell genehmigte Kundgebung der Nationalisten und Anhänger von „Neurussland“ statt, welche die „Spaziergänger“ ohne Zwischenfälle umgingen.

Auseinandersetzung am Endpunkt

Zu Auseinandersetzungen kam es dann am Endpunkt der Kundgebung vor der Kasaner Kathedrale. Dort standen die Kriegsgegner und Putinkritiker den Konservativen und Nationalisten gegenüber. Stellvertretend traten die beiden Stadtabgeordneten Maxim Resnik für die ersteren und Vitali Milonow für die letzteren auf. Hier war es dann auch bei vielen mit der Disziplin vorbei, und es kam zu hitzigen Diskussionen und Geschrei, mancherorts bewarf man sich mit Eiern und Majonaise.

Hier griff die Polizei ein und nahm insgesamt sechs Personen fest, darunter der nationalistisch gesinnte Schauspieler Alexander Maschanow, der sich lautstark der russischen Schimpfsprache bedient hatte. Wie Fontanka.ru schreibt, kam es am Metroausgang „Kanal Grebojedowa“ zu einem ungeklärten Zwischenfall als der gelb-blaue Rock einer jungen Frau plötzlich in Flammen aufging, die jedoch rechtzeitig gelöscht werden konnten. Ansonsten trennten sich die verschiedenen Parteien am Abend friedlich.

Kundgebungen in der Provinz
Nicht nur in den beiden Hauptstädten wurde demonstriert, sondern auch in einer ganzen Reihe anderer Städte, wenn auch mit weniger Erfolg. So wurde beispielsweise in Nowosibirsk eine ungenehmigte Friedensaktion von der Polizei aufgelöst. Des weiteren kam es zu Kundgebungen in Jekaterinburg, Petrosawodsk und Saratow, und auch im Ausland solidarisierten sich Massen für ein Kriegsende in der Ostukraine. In Kiew, Berlin, Wien, Burgas, Paris und Washington fanden Meetings statt.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold (Archiv)

www.rian.ru
www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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