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Estnische Grenzer verweigern russischem Journalisten Einreise

Von   /  15. Mai 2012  /  Keine Kommentare

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rian./eva.- Russlands Außenministerium hat das Annullieren des Einreisevisums für den russischen Journalisten Igor Korottschenko durch estnische Behörden als unannehmbar bezeichnet. „Das Außenministerium Russlands hat mit großem Erstaunen die Tatsache wahrgenommen, dass der Grenzdienst Estlands das von der Botschaft dieses Staates in Moskau erstellte Visum für den Journalisten Igor Korottschenko annulliert hat, der nach Tallinn gekommen war, um an einem Treffen des internationalen Klubs Impressum teilzunehmen“, heißt es in einer auf der Webseite des russischen Außenministeriums veröffentlichten Pressemitteilung.

Die Sicherheitspolizei Estlands verweigerte am 6. Mai dem bekannten russischen Journalisten Igor Korottschenko nach dessen Landung in Tallinn den Aufenthalt im Lande. Korottschenko, der ein Militärexperte, Vorsitzender des Gesellschaftsrates beim Verteidigungsministerium Russlands und Chefredakteur der Zeitschrift „Nationale Verteidigung“ ist, kam am 6. Mai nach Estland, um am geplanten Treffen mit den Lesern teilzunehmen. Das Treffen sollte kurz vor dem 67. Jahrestag des Sieges des Sowjetvolkes im Zweiten Weltkrieg, der in Russland am 9. Mai begangen wird, stattfinden und war mit „Wollen die Russen einen Krieg?“ betitelt.

Zuvor hatte die estnische Botschaft Korottschenko ein Schengenvisum für vier Tage ab 6. Mai ausgestellt. „Die Anwendung von Visumseinschränkungen in Bezug auf einen Vertreter der russischen Medien durch die estnische Seite ist unannehmbar und wird von uns beim Aufbau der Beziehungen mit den estnischen Behörden berücksichtigt werden“, erklärte das russische Außenamt.

Wie Igor Korottschenko RIA Novosti mitteilte, wurde ihm bei der Grenzkontrolle nach der Landung im Flughafen Tallinn der russische Pass weggenommen. Anderthalb Stunden später teilte ihm der Leiter der Grenzschicht im Tallinner Flughafen, Vello Rapur, mit, dass Korottschenkos Visum auf Forderung der Sicherheitspolizei Estlands annulliert worden sei. Rapur entschuldigte sich bei dem Journalisten und fügte an, er handele laut Anweisung und könne dem russischen Bürger in dieser Situation mit nichts helfen.

Korottschenko telefonierte darauf mit dem estnischen Parlamentskommissionschef für auswärtige Angelegenheiten, Marko Mihkelson, mit dem er am 7. Mai einen Termin in Tallinn hatte. Aber auch der Parlamentarier, der den Fall als präzedenzlos bezeichnete und selbst von der Nachricht erschüttert war, konnte dem russischen Journalisten nicht helfen.

Korottschenko zufolge sind für das Treffen in Tallinn, das vom internationalen Medienklub Impressum organisiert worden war, mehr als 150 Menschen akkreditiert worden, darunter Vertreter russischsprachiger gesellschaftlicher Organisationen und Vertreter von mehr als 20 estnischen Medien.

Der russische Journalist sollte bei dem Treffen über den Beitrag der Sowjetunion zur Zerschlagung des hitlerfaschistischen Deutschland sowie über die Notwendigkeit sprechen, gegen diejenigen zu kämpfen, die heute die Nazi-Attribute und die nationalistischen Ideen im eigenen politischen Interesse benutzen.

Russland hat in den vergangenen Jahren mehrfach ausländischen Journalisten die Einreise verweigert. Zwischen 2000 und 2007 wurden laut Spiegel 40 Personen abgewiesen, darunter der bekannte deutsche Enthüllungsjournalist Günther Wallraff.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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