Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Politik  >  Aktuelle Artikel

Ein Staatschef, der keinen „Rückwärtsgang“ kennt: Putin wurde 60

Von   /  8. Oktober 2012  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

rian.- Seinen Geburtstag verbrachte er traditionsgemäß in seiner Heimatstadt Sankt Petersburg (ehem. Leningrad) mit seinen Verwandten und Freunden, teilte sein Pressesekretär Dmitri Peskow RIA Novosti mit. Es war sein 9. Geburtstag, den er im Amt des Präsidenten feierte.

Zum ersten Mal wurde er im März 2000 zum Staatschef gewählt. Bis dahin hatte er – nach Abschluss der juristischen Fakultät der Leningrader Universität 1975 – einen beachtlichen Karriereweg zurückgelegt. Zunächst arbeitete er in den Staatssicherheitsorganen, darunter 1985 bis 1990 in der DDR. Anfang der 90-er Jahre wurde er zum ersten Stellvertreter des St. Petersburger Oberbürgermeisters Anatoli Sobtschak, der als eine der Spitzenfiguren der demokratischen Bewegung in den Späten „Perestroika-Jahren“ bekannt war.

Nachdem Sobtschak 1996 nicht mehr zum Oberbürgermeister gewählt worden war, zog Putin dank der Hilfe von Alexej Kudrin, einem weiteren früheren Stellvertreter von Sobtschak, nach Moskau um, wo er zunächst in der Geschäftsführung und später in der Administration des Präsidenten tätig war. Später wurde er Chef des Föderalen Sicherheitsdienstes, Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Premierminister und amtierender Präsident – all diese Etappen absolvierte er innerhalb von drei Jahren.

Wie der erste russische Präsident Boris Jelzin in seinen Memoiren schrieb, fiel ihm Putin gleich durch seine Arbeitsqualitäten auf sowie dadurch, dass Putin, wie es Jelzin schien, all den Idealen treu bleibe, die Jelzin während seiner Präsidentschaft durchzusetzen versuchte: Marktwirtschaft, politischer Pluralismus und Medienfreiheit.

Putin spürte aber die gesellschaftliche Nachfrage nach einer „festen Hand“ sowie die Ermüdung der Gesellschaft nach den vielen schmerzhaften Reformen. Deshalb schlug er einen politischen Weg ein, der vom Kurs seines Vorgängers abwich. Seine harte Tschetschenien-Politik (der „zweite Tschetschenien-Krieg“ und die Befriedung der abtrünnigen Republik wurden zu einem der markantesten Meilensteine in der 1. Amtszeit Putins), der Aufbau der Machtvertikale auf der Grundlage der Konzentration aller Ressourcen in Moskau zum Nachteil der Regionen und der Ausschluss von Big Business aus der Sphäre der politischen Entscheidungen brachten Putin große Popularität. Dank seiner sozialorientierten Wirtschaftspolitik wurde er zum unbestreitbaren Staatsoberhaupt.

An seinem Geburtstag veranstaltet Putin üblicherweise keine großen Feierlichkeiten. Besonderes Interesse bei der Öffentlichkeit ruft allerdings das Thema der Geburtstagsgeschenke hervor. Oft und gern werden ihm Tiere geschenkt, weil Putin als großer Tierfreund bekannt ist. Das exotischste Geschenk dieser Art bekam der russische Staatschef zu seinem 50. Geburtstag 2002 vom damaligen moldauischen Präsidenten Vladimir Voronin. Sein Geschenk – ein lebendiges Krokodil – begleitete Voronin mit der Erläuterung, dies sei „das einzige Tier, das keinen Rückgang kennt“.

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Petersburger SKK-Komplex – Umbau oder Abriss?

mehr…