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Streit um Schneerson-Bibliothek: US-Gericht fordert Übergabe der Bücher an US-Chasiden

Von   /  22. Januar 2013  /  Keine Kommentare

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rian.- Das Kreisgericht von Columbia, US-Bundesstaat South Carolina, hat am Mittwoch die russische Regierung verpflichtet, wegen der Verweigerung einer Rückgabe der in Russland befindlichen Schneerson-Bibliothek an die US-amerikanische Gemeinde der Chasiden, täglich 50 000 US-Dollar Entschädigung zu zahlen.

Das Kreisgericht von Columbia, US-Bundesstaat South Carolina, hat am Mittwoch die russische Regierung verpflichtet, wegen der Verweigerung einer Rückgabe der in Russland befindlichen Schneerson-Bibliothek an die US-amerikanische Gemeinde der Chasiden, täglich 50 000 US-Dollar Entschädigung zu zahlen.

Das Höchste Gericht in Washington hatte Ende Juli 2011 beschlossen, ein Prozessverfahren zur Rückgabe von etwa 12 000 Büchern und 50 000 wertvollen Dokumenten, die der Lubawitscher Rabbiner Josef Itzhak Schneerson einst gesammelt hatte und die sich gegenwärtig im Besitz Russlands befinden, an die jüdische Organisation „Chabad Lubavitch“ einzuleiten.

Kreisrichter Royce Lamberth hat am Mittwoch den Einspruch des US-Justizministeriums, dem zufolge ein Gericht keine derartigen Sanktionen gegen Russlands verhängen darf und solche Maßnahmen der US-Außenpolitik schaden würden, abgewiesen.

Die Anwälte der Chasiden-Bewegung wollen sich auf eine Arretierung von Vermögenswerten Russlands in den USA hinarbeiten, wenn Russland auch weiterhin den Gerichtsbeschluss ignorieren sollte.

Das Justizministerium und das Außenministerium der USA haben sich vorerst jeglichen Kommentars zu dem Gerichtsbeschluss enthalten und über ihre weiteren möglichen Handlungen nicht informiert. Laut den Anwälten sind Vertreter der russischen Behörden seit dem Jahr 2009 an dem Rechtsstreit nicht mehr beteiligt.

Der Rechtsstreit hindert russische staatliche Kulturorganisationen, etwa Großmuseen, daran, am Kulturaustausch teilzunehmen. Etliche Kunstmuseen in Russland, so die Tretjakow-Galerie und die Kreml-Museen in Moskau sowie die Ermitage in Sankt Petersburg, mussten auf die Teilnahme an Ausstellungen in den USA verzichten. US-amerikanische Museen haben als Antwortschritt gleiche Entscheidungen getroffen.

Wie die russische Seite im Januar 2012 deutlich machte, will sie keine Verhandlungen über das Schicksal der Schneerson-Bibliothek aufnehmen, solange der Beschluss des US-Gerichtes über die Rückgabe der Büchersammlung an die US-Chasiden nicht aufgehoben ist.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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