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Starballerina Maja Plissezkaja in Deutschland verstorben

Von   /  2. Mai 2015  /  Keine Kommentare

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eva./wiki.- Die weltberühmte russische Ballerina Maja Plissezkaja ist am 2. Mai knapp 90-jährig an einem Herzinfarkt in einer deutschen Klinik gestorben. Maja Plissezkaja war eine russische Primaballerina und Choreografin und eine der erfolgreichsten Balletttänzerinen weltweit.

Maja Plissezkaja entstammt einer russisch-jüdischen Ballettfamilie. Ihr Onkel Asaf Messerer war ein bekannter Ballettlehrer, der das frühe sowjetische Ballett maßgeblich durch seine Schüler beeinflusste. Ihre Tante Sulamith Messerer war zuvor ebenfalls Primaballerina des Bolschoi-Balletts und reiste noch im Alter von 81 Jahren als Ballettlehrerin um die Welt.

Die Jugendjahre der Plissezkaja waren geprägt vom Stalinismus. Ihr Vater verschwand 1937 spurlos und erst über 50 Jahre später wurde sein Tod bestätigt. Die familiären Probleme mit dem Regime sorgten dafür, dass die spätere Primaballerina des Bolschoi-Balletts ihre Compagnie zunächst nicht auf Tourneen ins nichtsozialistische Ausland begleiten durfte. Seit 1943 war sie Mitglied im Ballettensemble des Bolschoi-Theaters, das nach dem Zweiten Weltkrieg auch im Ausland gastierte, doch erst 1959, im Alter von 34 Jahren, ging sie mit dem Bolschoi-Ballett zum ersten Mal auf eine USA-Tournee.

Der sterbende Schwan war ihre Glanzrolle, die sie mehrere tausende Male tanzte. Im In- und Ausland galt sie als die definitive Nachfolgerin der legendären Anna Pawlowa. Die größten Choreografen inszenierten sie, unter ihnen Roland Petit und Maurice Béjart. Maja Plissezkaja tanzte über sechs Jahrzehnte und ihre Karriere währte damit für eine Balletttänzerin außergewöhnlich lang. Ihre letzte Vorstellung gab sie 1996 im Alter von 71 Jahren. Plissezkaja war seit 1958 mit dem Komponisten Rodion Schtschedrin verheiratet, für dessen Ballettmusiken sie mehrfach die Choreografien entwickelte.

Bild: Maja Plissezkaja, Schlußapplaus in der Kongresshalle Leipzig, 1951 (Wikimedia Commons/ Deutsche Fotothek)

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  • Veröffentlicht: 3 Jahren vor auf 2. Mai 2015
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  • Zuletzt geändert: Mai 2, 2015 @ 10:18 pm
  • Rubrik: Kultur, Tanz

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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