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Gedicht: Die armen Weber

Von   /  24. April 2009  /  Keine Kommentare

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Heinrich Heine verfasste das Gedicht nach dem Aufstand der schlesischen Weber von 1844.

Die armen Weber.

Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
„Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch!

Wir weben! Wir weben!

„Ein Fluch dem Gotte, dem blinden, dem tauben,
Zu dem wir gebetet mit kindlichem Glauben;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt.

Wir weben! Wir weben!

„Ein Fluch dem König’, dem König’ der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der uns den letzten Groschen erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt!

Wir weben! Wir weben!

„Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Lüg’ und Schande,
Wo nur Verwesung und Todtengeruch –
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch!

Wir weben! Wir weben!

Heinrich Heine

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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 24. April 2009
  • Von:
  • Zuletzt geändert: April 24, 2009 @ 11:10 am
  • Rubrik: Literarisches

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