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Noch ein 80m Hochhaus am Moskowski Prospekt

Von   /  8. September 2009  /  Keine Kommentare

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mm – Die Firma „ВТБ Development“ plant an der Stelle der Metrostation ELEKTROSILA einen 80m Turm zur gemischten kommerziellen Nutzung zu erstellen.  Das Projekt wurde vom im März diesen Jahres vom zuständigen Komitee des Stadtrats gutgeheisen.

Der Moskauer Prospekt – Bausünden zerstören den alten Generalplan

Das 20 Etagenhaus wird sich in die Reihe der Bausünden einreihen welche das besondere städtebauliche Konzept für den Moskowski Prospekt aus den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrunderts entgültig ad absurdum führt. So steht bei den Moskauer Toren das Gebäude des Holliday Inn, sowie die Skandalumwitterten 6 Luxus Hochhäuser beim Nowodjewitschi Frauenkloster deren Baugenehmigung sukzessive vom Stadtparlament nachgearbeitet werden mussten da der Komplex das neurenovierte Frauenkloster „optisch erdrückt“.

Nowodewitschi Frauenkloster in St. Petersburg

Der Moskauer Prospekt ist ein besonderes und frühes  Beispiel einer ideologisch aufgeladenen städtebaulichen Gesamtkonzeption im sowjetischen Leningrad.

Die Straße,  ähnlich dem Leningrader Prospekt in Moskau, am Weg von der alten in die neue Hauptstadt, stellt je nach Standpunkt den Anfang oder das Ende der wichtigsten Strassenverbindung Russlands dar.

Gemäs dem Generalplan aus den 20er Jahren sollten die Gebäude südlich des Obwodnikanals mit langsam ansteigenden Traufhöhen den höchsten Punkt am „DOM Soweta“  – jetzt Moskauer Platz 212 – an der Metrostation „Moskowskaja“ erreichen. Alle anderen Gebäude südlich, am Leninskij Prospekt und vom Prospekt Slawy kommend hatten eine ähnliche Progression die auf das neue Zentrum der weltlichen  Macht zustreben.

Die Planer wollten mit dem langsamen Aufstieg aus der alten heruntergekommenen imperial Zarenhaupstadt zum neuen modernen „Zentrum“ rund um den Moskauer Platz das architektonische Echo der neuen Sowjetzeit feiern.

Die Verlegung des Stadtparlaments und der Verwaltung in den Süden und das Projekt fiel dann dem Krieg und den Kosten und mangeldem Interesse des Kremels für Petersburg zum Opfer. Das Dom Sowjeta wurd zum Institut und als Sitz für Avionik -Ingenieurbetriebe genutzt.

Investoren setzen ein Minus Zeichen

Die Stadverwaltung möchte ihre südliche Hauptstrasse offentichtlich modernisieren und gefährdet damit das einmalige geschlossene Ensemble zwischen Blockademuseum und dem Moskauer Tor.

Das die Investoren offensichtlich weder vor der kirchlichen (Kloster) noch vor weltliche Macht (Dom Soweta) Respekt haben ist ein schlechtes Zeichen für alle,  die geglaubt haben die Korruption und Wildwestmethoden 90er hinter sich gelassen zu haben. Es bleibt nur noch zu hoffen , dass diesmal nicht ein Krieg aber die Finanzkrise dem Bauwahn einhalt gebietet.

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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 8. September 2009
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  • Zuletzt geändert: September 9, 2009 @ 12:43 pm
  • Rubrik: Architektur, Kultur, Ticker

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