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Eine Adventsgeschichte

Von   /  19. Dezember 2007  /  Keine Kommentare

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Sturm, Ostsee,Plötzlich flackert ein Licht auf! Es verschwindet sofort wieder, aber wir alle wissen, dass es nicht lange dauern wird, bis es wieder erscheint. Für einen kurzen Moment halten alle inne und starren gebannt in die Nacht, in die Richtung, aus welcher das rettende Zeichen kam. Die Segel fangen an zu flattern und jeder rennt zurück an seinen Posten. Der Kapitän schreit neue Befehle, und obwohl er eine kräftige Stimme besitzt, merkt man augenblicklich, dass auch er erleichtert ist. Seit der Kompass vier Tage zuvor vergessen hatte, wo sich der Norden befand, mussten wir nach den Sternen und der Sonne fahren. Zu unserem Unglück war es oft bewölkt und wir hatten keine Ahnung, wo wir waren und wohin wir steuern sollten. Jetzt, da endlich das Signal aufleuchtet, sind wir alle erleichtert, denn unsere Vorräte gehen zur Neige, schliesslich hätten wir vor drei Tagen an Land gehen sollen. Meine Kumpane und ich sind müde, es zerrte an den Kräften, nicht zu wissen, wie lange wir noch durchhalten mussten. Glücklich lassen wir unser Schiff dem Leuchtturm entgegen gleiten. Als der Anker geworfen wird und wir endlich festen Boden unter den Füssen spüren, kann keiner mehr seine Freude zurückhalten. Es wird umarmt, gesungen und getanzt. Es ist jedem egal, wo genau wir nun sind, Hauptsache an Land. Nach kurzer Zeit werden wir von einigen Einwohnern freundlich begrüsst und dazu eingeladen ihnen zu folgen. Ich blicke kurz zum weissen Leuchtturm hoch und winke dem bärtigen Wächter als Dankeschön. Dieser nickt bloss. Da durchschiesst es mich wie ein Blitz: Ich hatte ihn schon einmal gesehen! Und jetzt kam mir sein Nicken wie ein „Du wirst schon sehen!“ vor. Mir rinnt es kalt den Rücken runter. Aber da klopft mir ein Freund auf die Schulter und zieht mich mit den anderen mit. Wir schlendern einen Weg entlang, der durch weite Wiesen führt. Ein kühler Wind bläst, der allerdings niemanden stört. Die Freude ist einfach zu gross. Spässe werden gerissen und erste Erkundungen eingeholt. Nach einer Weile taucht rechterhand ein Wald auf. Unerklärlicher Weise fühle ich mich zu ihm hingezogen. Ich versuche mich abzulenken und integriere mich in die Gespräche. Aber mein Plan scheitert. Das Bedürfnis den Wald zu betreten wird unerträglich gross, bis ich meinem Freund mitteile, dass ich etwas später nachkommen werde, das Dorf ist bereits in Sicht und ich werde den Weg gut finden. Verständlicherweise ernte ich verwirrte Blicke, doch niemand hält mich von meinem Vorhaben ab. So entferne ich mich von der Gruppe.

Ich kann mich vage erinnern. Als ich ein kleiner Junge war, gerieten wir in eine ähnliche Situation auf See. Damals führten uns kleine Lichter zu eben dieser Insel mit dem weissen Leuchtturm. Ausser mir hat allerdings niemand die Lichter gesehen. Bis heute weiss ich nicht, warum. Damals war ich mir sicher, sie gesehen zu haben. Jetzt bin ich das nicht mehr. Wir erblickten das wegweisende Licht des Turmes und konnten ohne Probleme an Land gehen. Doch die Lichter blieben. Ich folgte neugierig den hellen Erscheinungen und verliess meine damalige Mannschaft ohne zu überlegen. Es war derselbe Wald, ich hatte keine Angst ihn zu betreten, schliesslich hatten die Lichter mich zu der Insel geführt, sie würden mich auch sicher durch den Wald hindurch führen. Nun bin ich an derselben Stelle wie in meiner Kindheit. Es gibt keine blitzenden Punkte, ein ganz normaler Wald steht vor mir. Aber ich betrete ihn genauso neugierig wie damals. Meine Schritte führen über weichen Boden. Manchmal knackt trotzdem ein Ast unter meiner Last oder raschelt Laub. Die schwarzen Giganten schrecken mich nicht. Zwischendurch fahre ich sogar mit der Hand über einen nahe stehenden Stamm, eine alte Gewohnheit. Ich mochte es schon immer, die raue Oberfläche zu spüren. In den Kronen flüstern leise die Blätter. Es ist eine angenehme Stimmung. Es gibt keinen Anlass sich zu fürchten, ein richtiger Seemann fürchtet sich so oder so nie. Doch ich würde einiges hergeben, um die Lichter noch einmal zu sehen. Erfolglos versuche ich den Weg zu finden, den ich damals gegangen war. Einige Stellen kommen mir bekannt vor, und wenige Sekunden später wieder nicht mehr. Ein bisschen enttäuscht durchstreife ich das Waldstück immer weiter. Als kleiner Racker blieb ich des Öfteren an grossen Stechpalmen hängen, ich befreite mich stets und ging weiter. Die Lichter hatten mich in ihren Bann gezogen. Ich wollte unbedingt ihr Geheimnis ergründen. Wenn ich die Bäume jetzt sehe, dunkel, schwer, hat das nichts mit dem gemein, was ich als Kind erlebte. Die Lichter erhellten immer einige Bäume und ich hatte das Gefühl durch ein Märchenland zu wandeln, ein Märchenwald voller Stechpalmen, von denen heute nichts mehr zu sehen ist. Nun erreiche ich eine Lichtung, setze mich auf eine dicke Wurzel und lehne mich am Stamm an. Hier erscheint mir der Wald freundlicher. Es ist angenehm kühl. Der Sternenhimmel klar wie selten in den letzten Nächten, auch wenn ich nur einen kleinen Teil davon sehe. Entspannt atme ich tief ein und wieder aus, schliesse die Augen und versuche mich zu erinnern, was damals geschah.

adventskranz

„Der Junge sieht Gespenster. Er wird wahnsinnig.“ – „Das liegt am Mangel von Essen.“ Kopfschüttelnd blickten die Männer auf den kleinen Jungen, der ohne Unterbruch mit seinem Fingerchen in die Finsternis zeigt und ruft: „Ein Glühwürmchen! Seht ihr? Ein Glühwürmchen!“ Da niemand wusste, was der Junge sah und keiner eine Ahnung hatte, in welche Richtung zu segeln war, folgten sie dem Fingerchen. Es bestand schliesslich die Möglichkeit, dass es gutgesinnte Gespenster waren. Lachend blickte das Kind zu ihnen zurück. „Es werden immer mehr!“ Der kleine musste Fieber haben, denn zu sehen war nichts, ausser nächtlicher Schwärze. Hören konnte man noch die rauschenden Wogen, aber sehen … Und da war es! Das Feuer eines Leuchtturmes. Das Ende dieser Reise. Die Insel erschien nicht sonderlich gross, aber das war schwierig auszumachen. Auf jeden Fall war sie schnell erreicht. Alle gingen von Bord und waren sichtlich erleichtert. Der kleine Junge hüpfte friedlich vor sich hin und schien seine Glühwürmchen zu jagen. Als er kurz nach dem Feuer im Turm blickte, nickte ihm der Wächter lächelnd zu. Doch das schien ihn nicht zu kümmern, er rannte fröhlich weiter und entfernte sich immer mehr von seiner Mannschaft. Da rief einer: „Der Kleine rennt weg!“, und wollte ihm schon nachsprinten, wurde aber zurückgehalten. „Lass ihn. Er ist von Sinnen. Du würdest ihn nur unglücklich machen.“ Der führsorgliche Seemann war noch nicht zufrieden, er hatte Angst seinem Schützling könnte etwas zustossen. „Ich habe deiner Frau versprochen, ihn heil nach Hause zu bringen!“ Aber der Vater blieb hart. „Wenn er sterben sollte, stirbt er glücklich.“ Entschlossen blickte er in die besorgten Augen, bis sein Kollege auswich und verständnislos wegging. Nun schaute er seinem Kind mit wehmütigen Augen hinterher, leise Hoffnungen wagend. Und so verschwand der Kleine singend hinter dem nächsten Hügel.

Als der riesige Wald vor ihm auftauchte, blieb er kurz stehen, legte seinen Kopf in den Nacken und blickte zu den Baumwipfeln. Die kleinen Lichtpunkte kamen in sein Gesichtsfeld und er machte sich auf den Weg hinein in den Wald. Was mochten die Lichter bedeuten? Wo führten sie ihn hin? Zwischendurch versuchte er eines zu fangen, aber es gelang ihm nie. Er blieb bloss an Stechpalmen hängen und musste seine Kleider befreien. Seine Schritte verlangsamten sich, es viel ihm allmählich schwer zu atmen. Kleine weisse Wölkchen bildeten sich vor seinem Mund. Leicht strich seine Hand über die Rinden der mächtigen Riesen. Es sah wundervoll schön aus, wie die tanzenden Leuchtpunkte um die Bäume wirbelten und die interessantesten Schatten warfen. Der Junge lächelte vor sich hin. Es gefiel ihm hier. Der Ort wirkte friedlich und verströmte eine angenehme Ruhe. Zufrieden spazierte das Kind immer weiter in den Wald, ohne nur einen Gedanken an den Rückweg zu verschwenden, dafür war es hier viel zu schön. Neugierig reckte er seinen Kopf hinter Stämmen hervor, kletterte über gefallene Bäume und hatte seinen Spass, die Stechpalmen genauer anzuschauen. Sie waren eindeutig grösser, als bei ihm zu Hause. Er stach sich unglücklich an einem Blatt, verzog kurz das Gesicht und versorgte seine Wunde notdürftig, indem er seinen Finger in den Mund nahm. Für weitere Abenteuer bereit ging er zielstrebig weiter und blieb abrupt stehen, als er auf eine Lichtung kam. Sein Mund klappte auf, der Finger fiel hinaus und seine Augen wurden gross. Die Lichtung war nicht sehr gross, aber erstrahlte in weissem Licht. Auf der rechten Seite stand eine Gestalt, die dieses Licht, das überhaupt nicht blendete, und dennoch strahlte, ausströmte. Sie war ganz weiss und hatte riesige Flügel. „Ein Engel“, flüsterte der Knabe. Er hatte schon viele Geschichten über diese Wesen gelesen, aber seine Freunde im Dorf lachten ihn immer aus, wenn er fragte, ob es sie wirklich gäbe. Nur sein Vater tätschelte ihm lieb auf den Kopf, wenn er endlich nach einer seiner langen Seefahrten zurück war und von seinem Sohn bei der Begrüssung nach ihnen gefragt wurde. Und jetzt stand einer vor ihm, genauso einer, wie er in den Büchern stand. Der Junge konnte sich nicht bewegen, er konnte nicht sprechen, er war sich nicht einmal sicher, ob er überhaupt atmete. So lange hatte er sich gewünscht einen Engel zu treffen, um es allen seinen Freunden zu beweisen, dass es sie gab. Er wollte so viele Fragen stellen und nun brachte er keinen Ton heraus. Nicht, weil er Angst hatte, im Gegenteil, er war einfach zu glücklich. Nun sah er genauer hin, was der Engel tat. Dieser berührte kurz einen Fleck am Boden und wand seine Hände darüber in die Höhe. Augenblicklich schoss eine Stechpalme hervor und stand in ihrer ganzen Pracht vor dem weissen Schöpfer. Dieser lächelte zufrieden und wandte sich seinem Gast zu. Mit seinen weit aufgerissenen Augen hatte jener keine Bewegung verpasst. Als der Engel auf ihn zukam, entspannte er sich ein wenig und blickte neugierig zu ihm auf. „Was machst du da?“, fragte er den Engel und es war keine der Fragen, die er dazumal sich vorgenommen hatte zu stellen. Der Engel bückte sich und liess eine weitere Pflanze erscheinen. „Ich pflanze Stechpalmen.“ Antwortete er einfach, aber freundlich. Eine Weile sah der Junge dem Gärtner zu. Es war schön mit anzusehen, wie die Pflanzen sich hochschlängelten. „Wieso machst du das?“ Nun setzte sich der Engel neben seinen neuesten grünen Schützling und zupfte an dem Strauch herum. Verschmitzt lächelnd meinte er zu dem Jungen: „Jeder hat seine Freizeitbeschäftigung. Auch wir.“ An einem Ast sprossen plötzlich rote Knöllchen hervor. Vor sich hinsummend arbeitete der Engel weiter. „Hast du denn nichts mehr zu tun? Oder war Schichtwechsel?“, wollte sein neugieriges Gegenüber wissen. Die Idee mit dem Schichtwechsel gefiel dem Engel gar nicht schlecht, aber er ging nicht darauf ein. Er erwiderte bloss, dass seine Arbeit für heute getan sei. „Was arbeitest du denn?“ Geduldig tätschelte er dem kleinen Nimmersatt auf den Kopf und meinte: „Helfen, indem ich Wege zeige.“ – „Tun das nicht alle Engel?“ – „Doch.“ Für einen kurzen Moment war es nun still. Leise klingelten irgendwoher feine Glöckchen. „Und wo arbeitetet ihr?“ Zufrieden mit seinem Ergebnis setzte sich der Gefragte auf eine Wurzel etwas näher bei dem Knaben und überblickte die Waldlichtung. Zwischen den Bäumen hindurch konnte er erkennen, wo er überall schon seine Pflänzchen gesetzt hatte. „Mitten unter euch.“ Nach einem kurzen Nachdenken fügte er hinzu: „Manche etwas abgelegener.“ Auch der Junge blickte sich um. Die Lichtung war immer noch hell. Er hatte vergessen, dass es eigentlich Nacht war. Da kam ihm etwas in den Sinn, dass er einst gehört hatte. „Aber es heisst doch, die Engel sind unter sich.“ Da schaute ihm der Engel direkt in die Augen, sie waren blau, ernst und zugleich voller Güte. „Sind wir auch.“ Beide schauten einander lange an. Der Kleine verstand diese Antwort nicht. „Jeder Mensch und jedes andere Lebewesen hat doch ein Stück Engel in sich, meinst du nicht?“ Über das hatte der Knabe nie nachgedacht. Er gab es auch jetzt schnell auf, es war ihm zu kompliziert. Ihm sauste der Kopf. Was hatte er fragen wollen? Verwirrt blickte er zu dem Engel hinüber, der wie ein alter Bekannter neben ihm sass. Er sah wunderschön aus. Und vertraut. Aber dieses Gespräch überforderte ihn.

Seit längerem war dieses leise Bimmeln zu hören. Es wurde immer lauter, bis es ganz nahe schien. Auf einmal tauchte eine weitere Gestalt auf mit blutroten Flügeln. Panik durchschoss den Jungen, eigentlich hätte er vor Angst wegrennen wollen, aber er sah, dass ein kleines Mädchen an der Hand des „Ungeheuers“ ging und fröhlich kicherte. In ihren Haaren hingen lauter kleine Glöckchen, die einen feinen Ton von sich gaben, wenn sie ihren Kopf bewegte. Mit einem Gefühlssturm in sich konnte er die beiden nur erstaunt anschauen. Das Mädchen liess die Hand ihres Begleiters los und kam sofort auf ihn zu. „Ich heisse Lisa. Und wer bist du?“ Ihre direkte Art kam ihm bekannt vor, bei den Seeleuten ging es nicht anders zu und her und er antwortete schnell. Nun wurde wiederum seine Hand gepackt und zu dem noch fremden Neuankömmling gezogen. Widerwillig liess der Junge sich fortziehen. Beim näher kommen erkannte er, dass es auch eine Art Engel war, aber ihm sprossen lauter rote Blumen in Sternenform aus den Flügeln. Vor lauter Staunen klappte dem Jungen wiederholt der Mund auf. Etwas beleidigt schaute ihn das Wesen an. „Es können nicht alle so erfolgreich sein wie mein werter Kollege dort drüben. Manchmal geht eben was schief.“ Ein leises Oh entfuhr dem Zuhörer und er wunderte sich. „Du bist kein Teufel?“ Entsetzt starrte ihn der Engel an. „Siehst du irgendwo Hörnchen auf meinem Kopf?“ Der Knabe stellte sich auf die Zehenspitzen, und sah auf das gebeugte Haupt, auf welches der Engel mit seinem Zeigefinger zeigte, als könnte der Junge fälschlicherweise auf ein anderes blicken. „Aber Teufel sind doch rot, nicht?“ Nun legte der Rotbeflügelte seinen Kopf schräg und meinte: „Hm… Weiss ich nicht. Hab noch nie einen Teufel gesehen.“ Breitgrinsend schielte er zu seinem neugierigen Frager hinunter, welchen unweigerlich mitgrinsen musste. Dieser wurde sofort wieder ernst und fragte: „Kannst du so überhaupt noch fliegen?“ Gespielt entsetzt meinte der Engel: „Na, hör mal, ich bin schliesslich ein Engel!“ Mit einem Mal entstand eine völlig andere Stimmung. Der weisse Engel gesellte sich zu ihnen und gemeinsam bestaunten sie die frischen Pflanzen, auf Erde und Flügeln.

Ein leises Lachen entfährt mir. Die Zeit war schnell vergangen. Langsam stehe ich auf, strecke und recke mich, weil mir der Rücken leicht schmerzt und mache mich auf den Weg. Damals bin ich ein kleiner Junge gewesen, aber ich kann mich gut an jenen Tag erinnern und bin mir doch nicht sicher, ob er jemals stattgefunden hat. Das Einzige, was ich sicher weiss, ist, dass ich an jenem Tag beschlossen hatte, Seemann zu werden. Ich wollte diese Insel wieder finden. Der Waldweg wird breiter und ein leises Rauschen hörbar. Kopfschüttelnd schlendere ich immer weiter. Was war damals geschehen? Ich kann es mir nicht erklären, will es auch gar nicht, die Vorstellung, zwei echte Engel gesehen zu haben, gefällt mir. Seemannsgarn. Aber es gefällt mir. Ein grösseres Gewässer muss vor mir liegen, das Rauschen wird deutlich stärker. Und da erscheint der Fluss bereits! Das Wasser quillt über Steine, wie ein kleiner Wasserfall in einen etwas tiefer gelegenen See. Vor Erstaunen bleibe ich stehen. Dort schwirren unendlich viele Glühwürmchen umher! Ihr Tanz ist unbeschreiblich schön zum Ansehen. Sachte bewege ich mich näher heran. Schlussendlich setze ich mich auf einen Stein am Ufer des Sees. Entzückt schaue ich dem wilden Treiben zu und kann an nichts Anderes denken. Da setzt sich eines dieser kleinen Tierchen auf meinen Unterarm. Genau auf das Engelstatoo.

AdventskranzDie Männer fanden den Jungen am Waldrand. Mit einer Hand umklammerte er einen Zweig einer Stechpalme. Mit schaukelnden Laternen machte sich die Mannschaft zum Aufbruch bereit. Einer von ihnen trug keine Laterne, drückte dafür das Kind an seine Brust, als wollte er es nie mehr loslassen. Auf dem Schiff angelangt murmelte der Junge ihm an die Brust, dass er nicht mehr atmen könne und er setzte ihn auf dem Deck ab. Der Knabe taumelte zur Reling und blickte zurück zur Insel. Das Schiff legte ab. Blieb aber noch in Küstennähe. Da sah das Kind zum Leuchtturm auf. Als es diese Augen sah, liefen ihm die Tränen vor Glück hinunter. Ein leises Bimmeln wurde hörbar. Er wandte den Kopf ab und blickte ans Ufer. Dort rannte ein kleines rothaariges Mädchen mit Glöckchen in den Haaren und winkte ihm stürmisch zu. Er hob die Hand mit dem Zweig und winkte fröhlich zurück.

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