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USA sind für drei Viertel der Russen Feind Nummer eins

Von   /  13. Oktober 2014  /  Keine Kommentare

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rian.- Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise hat der Westen bei den Russen massiv an Sympathie verloren. Für fast drei Viertel der Russen sind die Vereinigten Staaten der Feind Nummer eins, für jeden zehnten die Europäische Union, wie eine Umfrage des Moskauer Instituts Wziom zeigt. „Rund 73 Prozent der Befragten halten die USA für den größten Feind“, teilte Wziom mit.

Ein bedeutender Anstieg seit 2008: damals lag der Anteil der Amerika-Hasser bei 25 Prozent. Für jeweils zehn Prozent der Russen sind Deutschland und die Europäische Union ein Feind. Weiter folgen Großbritannien, Polen und Frankreich mit neun, sechs bzw. drei Prozent. Die Einstellung gegenüber den baltischen Staaten hat sich hingegen verbessert: Estland, Lettland und Litauen stoßen nur bei einem Prozent auf Abneigung. Vor sechs Jahren waren es sechs Prozent gewesen.

China ist in der Wahrnehmung der Russen mit Abstand der größte Freund des Landes: seit 2008 wuchs der Anteil der Sympathisanten von 23 auf 51 Prozent. An Stelle zwei ist Weißrussland (32 Prozent), gefolgt von Kasachstan (20 Prozent). Wziom hat Ende September dieses Jahres 1600 Menschen in 130 russischen Ortschaften befragt.

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich nach dem Februar-Umsturz in der Ukraine dramatisch verschlechtert. Westliche Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung anerkannt, jedoch nicht das darauf gefolgte Referendum auf der von Russischsprachigen dominierten Schwarzmeerhalbinsel Krim, die im März eindeutig für eine Wiedervereinigung mit Russland stimmte. Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und die EU in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Russland konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Keine Kommentare

  1. Oskar Walter sagt:

    Hallo, Carina,

    bedenken Sie bitte:
    Die Politik können wir nicht verstehen, geschweige denn begreifen, wenn wir sie uns nur so oberflächlich ansehen wie eine weite Landschaft vom Balkon aus.
    Seit die verhängnisvolle neoliberale Wirtschaftspolitik und damit auch ein verstärktes Interesse der Westmächte an internationaler Einflußerweiterung vorherrschend geworden sind,
    stieg auch der Anteil der Arkanpolitik an der offiziellen Politik enorm.
    Sie ist allerdings erkennbar, wenn wir höchst aufmerksam beobachten sowie genau und gründlich analysieren. Denn sie muß ja ergebniswirksam gemacht werden, also auch soweit wie nötig die Deckung verlassen.
    Darf ich Ihnen eine von jenen Adressen empfehlen, unter denen wir dabei Anregung und Hilfe finden können?
    http://www.nachdenkseiten.de
    Willy Brandts ehemaliger Minister im Bundeskanzleramt, Albrecht Müller, deckt dort auf, was wirklich Sache ist.

    So ziemlich genau das Gegenteil von dem ist wahr, was Sie annehmen!

    Freundschaftlich, Oskar Walter

    Ferner: Unter den führenden deutschen Journalisten gibt es informell verpflichtete Vertreter von
    USA-Vertretern. Die vielen, neuerdings außerdem von Entlassung bedrohten Journalisten sind ihrer Existenzsicherung wegen leichter als früher bereit, zu sagen oder zu schreiben, was sie sollen.

  2. Michael sagt:

    So viel unterscheidet sich unsere Presse aus meiner Sicht gar nicht von der russischen. Ich finde es erschreckend, wie viel an Informationen unterschlagen wird, wie sehr hier alles vereinfacht wird und offensichtlich Vorgekautes als Fakt dargestellt wird.

    Wer ist denn „die Ukraine“? Ich halte diese Hass-Regierung, die nach dem Putsch an die Macht gekommen ist für verantwortlich für dieses Desaster. Mögen die meisten Demonstranten damals für hehre Ziele auf den Maidan gezogen sein, aber dafür steht das Ergebnis schon seit Beginn dieser illegitimen Truppe an der Spitze nicht mehr.

    Verantwortung nur bei Russland? Angesichts der Anzahl der Ngo’s, die offensichtlich Öl ins Feuer gegossen haben, der Besuch von ausländischen Politikern zum Anheizen auf dem Maidan, bis heute noch nicht geklärten Umstände der Maidan-Morde, Odessa-Morde etc. wäre ich mir da nicht so sicher.

  3. Carina sagt:

    alte Feindbilder kenne ich nicht, habe mich nie damit beschäftigt. Aber, wie es im Moment läuft, ist doch furchtbar. Wir leben in einer globalen Welt, da gehört doch die Erpressung eines Landes, wie die Ukraine, der Putin verbieten will, sich dem Westen zuzuwenden, überhaupt nicht hin. Wo gibt es denn so etwas. Ein Land wird doch wohl noch selbst entscheiden dürfen, mit welchem anderen Land es Verträge schließen will oder nicht. Wer will denn was von Russland, eigentlich doch niemand. Die Ukraine geht doch auch nicht hin und sorgt für Unruhe und Tote in Russland, weil Russland Verträge mit China schließt oder die GUS erweitert. Was bildet sich dieser Putin eigentlich ein? Er selbst hat doch etliche Verträge mit der EU und auch mit der USA geschlossen, incl. Schüleraustausch usw.. Warum wird hier der Westen verteufelt, er sei ein Feind Russlands, das macht doch überhaupt keinen Sinn. Als Weltbürger kann ich so ein Verhalten absolut nicht verstehen. Gegen das russische Volk kann man ja nichts haben, nur sollten sie sich mal besser informieren. Künstlich ein Feindbild aufzubauen ist das Dümmste, was man machen kann. Im Grunde ist doch sowieso alles verwestlicht, auch in Russland. Musik, Lifestyle usw.. Ist doch auch modern, wer will denn so etwas wieder aufgeben, nur weil ein einzelner Mensch, hier Putin, ein Feindbild aufbauen will. Das ist doch Irrsinn.

  4. eva sagt:

    Leider sind die meisten Menschen nicht auf der Suche nach den objektivsten Nachrichten, sondern nach solchen, die in ihr Weltbild passen – das ist in Russland nicht anders als in Deutschland oder Amerika. Das Ergebnis der Umfrage erstaunt kaum – sie wurde am absoluten Tiefpunkt der politischen Beziehungen zwischen West und Ost durchgeführt. Vermutlich gibt es ähnliche Erhebungen in Amerika, die das genaue Spiegelbild zeigen. Momentan holt man überall die alten Feindbilder aus der Mottenkiste, weil man beidseitig verunsichert ist. Doch den blinden gegenseitigen Anschuldigungen wird sicher bald wieder ein differenzierter Dialog folgen – hoffen wirs zumindest.

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