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Studie zur Lebensqualität: Russland weit hinten

Von   /  1. Juni 2011  /  Keine Kommentare

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rian.- Die Lebensqualität in Russland lässt zu wünschen übrig, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch. Das ergab eine Studie des australischen Insitute for Economics and Peace, das ein Ranking der Länder mit den besten Lebensbedingungen erstellt hat. Die Lebensqualität wurde nach 23 Merkmalen bewertet. Dazu gehören Straßengewalt, die Rüstungsausgaben, die Zahl der Polizisten je Einwohner, das Bildungsniveau, das Korruptionsniveau usw.

Am besten lässt es sich in Island, Neuseeland, Japan, Dänemark und Tschechien leben. Russland befindet sich dagegen im Tabellenkeller auf Platz 147 (von insgesamt 153) hinter Pakistan. Noch gefährlicher ist das Leben nur in Kongo, Nordkorea, Afghanistan, Sudan, im Irak und in Somalia. Der Trend für Russland zeigt nach unten. 2007, als das Ranking erstmals erstellt wurde, befand es sich „nur“ auf Platz 118. In den Folgejahren rutschte es immer weiter ab (Platz 131 2008, Platz 136 2009 und Platz 143 2010). Nicht zu übersehen ist jedoch, dass auch die Liste erweitert wurde (2007 standen darauf lediglich 121 Länder).

Der Gründer von Global Peace Index, Steve Killelea, begründete die Abstufung Russlands durch die Vielzahl der Terrorattacken und erinnerte in diesem Kontext an den Anschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo, der im Januar 36 Todesopfer gefordert hatte, und an die instabile Situation im Nordkaukasus. Außerdem verwies der Experte auf den immensen Militäretat Russlands sowie auf die viele Selbstmorde und die starke Kriminalität.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Michail Margelow, sagte zu diesem Thema, er habe viele Länder, darunter in Afrika, besucht, und finde es lächerlich, dass Russlands Nachbar im Ranking Kongo sei. „Der Lebensstil in Moskau, Pskow oder Krasnodar lässt sich nicht mit dem in den afrikanischen Dschuba, al-Faschir oder Abudscha vergleichen“, empörte sich der Parlamentarier. Die Forscher sollten ihm zufolge „lieber die Wissenschaftler oder Künstler fragen, die zu uns kommen.“

Boris Dubin vom Forschungsinstitut Lewada-Zentrum sagte jedoch, die Schlüsse seiner australischen Kollegen seien logisch. „In den Medien wird der Bevölkerung die Idee aufgezwungen, dass die ganze Welt unser Land schwach sehen will. Deshalb sind die Russen misstrauisch gegenüber dem Westen und sogar feindlich gegenüber den USA, Georgien und den baltischen Ländern.“ Nach seinen Worten finden bis zu zwei Dritteln der volljährigen Bürger, „dass Russland von Feinden umzingelt ist und dass niemand uns Glück wünscht.“

Um der Gerechtigkeit halber muss man sagen, dass auch die USA von den australischen Forschern nur auf  Platz 82 eingestuft wurden. Steve Killelea zufolge wurde das Ranking von der arabischen Revolutionswelle stark beeinflusst. So seien Libyen um 83 Positionen auf den Platz 143 und Bahrain um 47 auf den 123. Platz abgerutscht.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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