Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Gesellschaft  >  Aktuelle Artikel

Studie in Russland: Heimatgefühle geben Identität

Von   /  13. September 2013  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

rian.- Eine Umfrage belegt: Mehr als die Hälfte der russischen Bürger verbindet ihre Identität mit der russischen Nationalität. Weitere 35 Prozent verknüpfen ihre Identität mit ihrem Lebensort. Deutlich weniger Russen identifizieren sich mit ihrem Beruf (acht Prozent) bzw. mit ihrer Kultur (vier Prozent).Das ergab eine Studie zum Thema „Moderne russische Identität: Dimensionen, Herausforderungen, Antworten“ des Allrussischen Zentrums für Erforschung der öffentlichen Meinung (russ. Abk.: WZIOM) im Auftrag des Internationalen Diskussionsklubs Valdai, dessen zehnte Jubiläumssitzung vom 16. bis 19. September im Gebiet Nowgorod stattfindet.

Das Thema des Expertentreffens lautet „Russlands Vielfalt für die moderne Welt“.An der Umfrage haben 1600 Menschen ab 18 Jahren in 45 Regionen bzw. 137 Orten sowie vier Schwerpunkt-Gruppen teilgenommen.Die Umfrageteilnehmer wurden aufgerufen, sich als Teil einer bzw. mehrerer Gruppen zu beschreiben, die ihnen geistig am nächsten sind. 32 Prozent konnten sich nicht in eine konkrete Gruppe einordnen. „Zur Mittelklasse zählen sich elf Prozent, zu den Rentnern sechs Prozent, zu den Armen fünf Prozent“, so die Studie. Je vier Prozent der Befragten wählten die Option Russen, Orthodoxe und Bürger Russlands. Genauso viele Befragte identifizierten sich als Arbeiter und Einwohner ihrer Stadt bzw. ihres Dorfes. Jeweils drei Prozent zählten sich zu den Jugendlichen und Intellektuellen. Als Ehemänner bzw. -Frauen sowie als Väter bzw. Mütter identifizieren sich laut der Umfrage jeweils zwei Prozent der Befragten. Acht Prozent konnten keine eindeutige Antwort geben und zwei Prozent entschieden sich für den Punkt „Sonstiges“.

Generell sagten 57 Prozent der Umfrageteilnehmer, sie seien „Bürger Russlands“, 35 Prozent bezeichnen sich als „Einwohner unserer Stadt bzw. unseres Dorfes“. Je 16 Prozent bezeichneten sich als „Menschen unserer Generation“ und als „Menschen unserer Nationalität“, 15 Prozent als „Einwohner unserer Region“, heißt es im Bericht weiter.Weitere 14 Prozent identifizieren sich laut den Soziologen nach ihrem Geschlecht (also Männer bzw. Frauen), elf Prozent mit dem Einkommensniveau (arm bzw. gehören der Mittelklasse an). Weitere elf Prozent definieren sich durch ihre Familienrolle, zehn Prozent durch ihre Religionszugehörigkeit, neun Prozent durch ihr Lebensschicksal, acht Prozent durch ihren Beruf, vier Prozent durch ihre Kulturzugehörigkeit, zwei Prozent durch ihre politischen Ansichten. Sieben Prozent der Befragten zählten sich zu keiner konkreten Gruppe. Ein Prozent gab keine eindeutige Antwort.

Zudem wurden die Bürger gefragt, wen sie als Russen ansehen. 35 Prozent sagten, für sie seien das Menschen, die in Russland aufgewachsen sind und in Übereinstimmung mit den russischen Kulturtraditionen erzogen wurden. „Weitere 16 Prozent sagten, sie halten Menschen für Russen, in deren Adern russisches Blut fließt (vor allem waren das die Einwohner Moskaus und St. Petersburgs)“, so die Experten weiter. „15 Prozent glauben, dass als  Menschen als Russen bezeichnet werden können, für die Russisch die Muttersprache ist. Elf Prozent finden, dass jemand eine Russe ist, der zu Gunsten Russlands arbeitet.“ Zehn Prozent der Befragten zeigten sich überzeugt, dass als Russe nur derjenige bezeichnet werden könne, der sich selbst für einen Russen hält. Sechs Prozent sagten, Russen seien Menschen, die sich an den russischen orthodoxen Glauben und dessen Traditionen halten. Für fünf Prozent sind alle Menschen, die in Russland leben, Russen.

Bei der Jubiläumssitzung des Diskussionsklubs Valdai werden Experten in Diskussionen über diverse Prozesse innerhalb Russlands und äußere Herausforderungen versuchen, eine nationale Idee des Landes zu formulieren, und eine Antwort auf die Frage nach dem optimalen Weltbild des zukünftigen Russland zu geben.An den Gesprächsrunden werden mehr als 200 russische und ausländische Experten, politische, gesellschaftliche und geistliche Führungspersönlichkeiten sowie bekannte Intellektuelle und Philosophen teilnehmen. Einige von ihnen sind Stammgäste der Waldai-Diskussionen. Einige wurden zur Jubiläumssitzung als Sondergäste eingeladen.Der Diskussionsklub Waldai wurde 2004 von RIA Novosti und dem Rat für Außen- und Verteidigungspolitik gemeinsam mit der Zeitschrift „Russia in global Affairs“ und der Zeitung „The Moscow News“ gegründet. Mit den Diskussionen soll der Dialog zwischen russischen und ausländischen Wissenschaftlern, Politikern und Journalisten sowie eine unabhängige und objektive wissenschaftliche Analyse der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Prozesse in Russland und der Welt gefördert werden. In den vergangenen zehn Jahren haben mehr als 600 Experten aus insgesamt 47 Ländern an den Valdai-Debatten teilgenommen.

www.rian.ru

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Polizeimanöver: deutsches Schiff auf Ostsee entführt

mehr…