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Sorgerechtskandal in Finnland: Russische Mutter beginnt unbefristeten Hungerstreik

Von   /  16. Januar 2012  /  Keine Kommentare

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rian.- Aus Protest gegen den Sorgerechtsentzug für ihren Sohn ist die russische Bürgerin Rimma Salonen am Freitag in Finnland in einen unbefristeten Hungerstreik getreten, berichtet der Pressedienst des russischen Kinderrechtsbeauftragten Pawel Astachow. „Rimma Salonen hat am Freitag einen unbefristeten Hungerstreik erklärt und im Alleingang vor dem Gerichtsgebäude in der finnischen Stadt Tampere protestiert“, so die Mitteilung.

Der Streit zwischen dem finnischen Bürger Paavo Salonen und Rimma Salonen war mehrere Jahre nach der Scheidung des Ehepaares ausgebrochen, nachdem Rimma Salonen im Jahr 2008 ihren Sohn Anton aus Finnland nach Russland gebracht hatte. Ein finnisches Gericht entzog Rimma Salonen in Abwesenheit das elterliche Sorgerecht für ihren Sohn. Im Frühjahr 2009 entführte Paavo Salonen zusammen mit mehreren Personen das Kind und brachte es mit Hilfe von Simo Pietilainen, einem Mitarbeiter des finnischen Generalkonsulats in Sankt Petersburg, illegal wieder nach Finnland.

Nach der Entführung ihres Sohnes kehrte Rimma Salonen nach Finnland zurück, wo sie wegen „Kidnapping“ zu einer bedingten Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt wurde. Zudem forderte das Gericht von der Frau, Alimente zugunsten ihres Ex-Mannes sowie die Gerichtskosten zu zahlen.

Paavo Salonen und Simo Pietalainen entgingen einer gerichtlichen Verantwortung in Finnland – die finnische Generalstaatsanwaltschaft stellte im März 2011 das gegen sie eingeleitete Verfahren ein, was Befremden beim russischen Außenministerium hervorrief. Rimma Salonen darf jetzt ihren Sohn nur mehrmals im Monat unter Aufsicht von Sozialmitarbeitern treffen. Außerdem ist es ihr verboten, bei den Treffen russisch zu sprechen.

Rimma Salonen hat wiederholt versucht, das Recht auf elterliche Sorge auf rechtlichem Wege zurückzugewinnen. Alle ihre Gerichtsklagen wurden jedoch bisher abgewiesen. Der russische Kinderombudsman Astachow bezeichnet den Fall Rimma Salonen als Schande für das finnische Gerichtssystem.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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