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Anti-Raucher-Tag in Russland: Männer verzichten auf Tabak, Frauen qualmen weiter

Von   /  18. November 2010  /  Keine Kommentare

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rian.- Beim Qualmen ist Russland Weltspitze: Mit 40 Prozent ist der Raucher-Anteil so hoch wie nirgendwo sonst auf der Welt. In den letzten zwei Jahren zeichnet sich jedoch eine rückläufige Tendenz ab – zumindest bei der männlichen Bevölkerung. Die Männer kehren dem blauen Dunst langsam den Rücken zu. Bei den Frauen in Russland lasse sich dieser zunehmende Verzicht auf den Tabakkonsum leider nicht feststellen, sagte der Cheftherapeut Russlands, Professor Alexander Tschutschalin, am Mittwoch.

An jedem dritten Donnerstag im November wird weltweit der Internationalen Tag des Verzichts auf das Rauchen begangen, der 1977 von der US-amerikanischen Onkologengesellschaft ins Leben gerufen wurde. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist der Tod von 90 Prozent der Lungenkrebskranken, 75 Prozent der Patienten mit chronischer Bronchitis und 25 Prozent der Schlaganfälle auf die Nikotinsucht zurückzuführen.

Laut dem russischen Cheftherapeuten ist der Anteil der Raucherinnen in den russischen Großstädten wie Moskau und Sankt Petersburg mit 23 Prozent besonders hoch. Verbrauchermarktanalysen zufolge gehen die Zigarettenverkäufe in Russland nicht zurück. Nach Angaben einer WHO-Umfrage über den Zigarettenverbrauch in Russland von 2009 rauchen fast 44 Millionen Einwohner Russlands oder 40 Prozent der Bevölkerung im Alter ab 15 Jahre. Unter der rauchenden russischen Bevölkerung sind fast dreimal mehr Männer als Frauen.

Der Leiterin einer Abteilung des russischen Gesundheitsministerium, Marina Schewyrjowa, zufolge sterben jährlich 350 000 bis 500 000 Russinnen und Russen an den Folgen der Nikotinsucht. Laut Professor Tschutschalin fangen fast 90 Prozent der ehemaligen Raucher später wieder mit der üblen Angewohnheit an. Das sei auf das ungenügende Funktionieren der Gesundheitszentren zurückzuführen, die Tabaksüchtige, die das Rauchen aufgegeben haben, betreuen müssten.

Der Cheftherapeut hebt unter den Nikotinabhängigen Patientengruppen Frauen hervor, die seiner Ansicht nach mittels Aufklärung über die Auswirkungen des Rauchens auf die Fruchtbarkeit abgeschreckt werden müssen, und junge Männer, die leicht für Sport zu begeistern seien, womit Herz- und Kreislaufstörungen vorgebeugt werden kann.

Die russische Regierung schenkt dem Kampf gegen die Nikotinsucht große Aufmerksamkeit. Im Oktober 2010 unterzeichnete der russische Premier Wladimir Putin ein Anti-Tabak-Konzept bis 2015, das unter anderem eine Erhöhung der Tabaksteuer, ein Verbot für Tabakwerbung, sowie Entwöhnungsprogramme für die Bevölkerung vorsieht. Mit diesen Maßnahmen will das Kabinett den Anteil der Raucher an der Landesbevölkerung bis 2015 auf 25 Prozent reduzieren.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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