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Spionageprozess in Stuttgart: Mutmaßliches russisches Agentenpaar schweigt vor Gericht

Von   /  23. Januar 2013  /  Keine Kommentare

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rian.- Die unter ihren Alias-Namen bekannten Andreas und Heidrun Anschlag, die beschuldigt werden, 20 Jahre lang für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet zu haben, haben am ersten Prozesstag im Stuttgarter Oberlandesgericht laut dem Pressebeauftragten des Gerichts, Stefan Schüler, die Aussage verweigert.

Die unter ihren Alias-Namen bekannten Andreas und Heidrun Anschlag, die beschuldigt werden, 20 Jahre lang für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet zu haben, haben am ersten Prozesstag im Stuttgarter Oberlandesgericht laut dem  Pressebeauftragten des Gerichts, Stefan Schüler, die Aussage verweigert.

Am ersten Prozesstag verlas das Gericht den Kern der Anklage und machte sich mit einigen Dokumenten zum Fall vertraut – unter anderem mit den Pässen und Führerscheinen der Angeklagten und der Geburtsurkunde ihrer Tochter, so Schüler. Zu den Anschuldigungen wollte das angeklagte Paar sich nicht äußern. „Ein Angeklagter ist nicht verpflichtet, etwas zu sagen, wenn er nicht will. Man kann ihn nicht dazu zwingen. Die Angeklagten haben das Recht zu schweigen“, sagte der Gerichtssprecher zu RIA Novosti.

Am Donnerstag geht der Prozess gegen das mutmaßliche Agenten-Duo, der voraussichtlich bis Anfang Juni dauert, mit der Zeugenbefragung und der Beweisführung der Kriminalpolizei weiter. Die Festnahme des Ehepaares, das mit österreichischen Pässen in Deutschland gelebt hatte, im Oktober 2011 hatte auch in Russland kräftig für Schlagzeilen gesorgt.

Ende September wurde ihnen die Anklage wegen illegaler Tätigkeit für einen ausländischen Geheimdienst vorgelegt. In der Anklageschrift heißt es, die beiden seien seit 1988 als Agenten tätig gewesen. Insbesondere wird ihnen vorgeworfen, dem russischen Geheimdienst Informationen über die politische und militärische Strategie von EU und Nato übermittelt zu haben.

Offenbar gehörten die Anschlags zu einem internationalen Agentenring. „Die beschlagnahmten Computer-Chips und Sticks, ausgewertet von der Spionageabwehr des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), entlarvten einen hochrangigen Komplizen der beiden Agenten: Raymond P., Spitzenbeamter des niederländischen Außenministeriums in Den Haag, soll den Illegalen Andreas und Heidrun A. 450 geheime Regierungsdokumente geliefert haben“, berichtete das Magazin „Focus“ auf seiner Webseite. „Der Berufsdiplomat kassierte für seinen Verrat angeblich 90 000 Euro.“

Das mutmaßliche Agentenpaar pflegte offenbar intensiven Kontakt mit der 2010 in den USA aufgeflogenen russischen Agentin Anna Chapman. Sie und das Duo belegten zur Kommunikation einen Kurzwellen-Kanal, hieß es in deutschen Medien. Die Dokumente, die über Herr und Frau Anschlag nach Moskau gelangt sind, sollen mit „Vertraulich“ und „Geheim“ gekennzeichnet gewesen sein.

Beim „Fall Anschlag“ handelt es sich um das erste Mal seit der deutschen Wiedervereinigung, dass im Auftrag Moskaus arbeitende Agenten, die wohl noch vom altsowjetischen Geheimdienst KGB angeworben worden waren, in Deutschland aufgeflogen sind. „Der Fall ist eine diplomatische Belastung für  die deutsch-russischen Beziehungen“, schrieb  der „Spiegel“ . Den mutmaßlichen russischen Agenten drohen bis zu zehn Jahre Haft.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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