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Gorbatschow zum Mauerfall-Jubiläum in Berlin

Von   /  9. November 2014  /  Keine Kommentare

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rian.- 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hat der sowjetische Ex-Präsident Michail Gorbatschow (83) Russland und Deutschland aufgerufen, die Lehren der Vergangenheit nicht zu vergessen. „Jetzt ist es an der Zeit, wieder daran zu denken, wie das Beste in den russisch-deutschen Beziehungen zu erhalten ist, was in den zurückliegenden Jahren erzielt wurde“, sagte der Friedensnobelpreisträger am 7. November in Berlin.

„Das, was wir in diesen Jahren und Jahrzehnten erlebt haben, ist eine Lehre für uns alle. Wir dürfen sie nicht vergessen.“ Er sei stolz darauf, dass es Russland und Deutschland gelungen sei, viel für das bilaterale Verhältnis zu tun. Die Russen und die Deutschen könnten stolz sein, dass sie zusammen seien, sagte der Politiker. Sie sollten im Auge behalten, dass dies vielen nicht gefällt, aber uns ganz gut passe. Aus früheren Erfahrungen gehe hervor, dass Europa ruhiger lebe und die Welt besser sei, wenn Russland und Deutschland Freundschaftsbeziehungen unterhielten.

Am früheren alliierten Grenzübergang Checkpoint Charlie wurde der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef mit Applaus empfangen. „Ich bin auch stolz darauf, dass ich ein bisschen etwas beigetragen habe dazu, dass wir heute so leben, wie wir leben“, sagte er und beglückwünschte die Bürger der Hauptstadt. „Ich wünsche Ihnen Wohlergehen, Glück und alles Gute.“ 1966 sei er erstmals in Berlin gewesen: „Ich erinnere mich an eine finstere, zerstörte Stadt“. Heute sehe er, wie schön Berlin geworden sei, sagte Gorbatschow nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa . Mitte der 1980er Jahre hatte der Politiker den historischen Wandel mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) eingeleitet.

Ohne deutsch-russiche Partnerschaft keine Sicherheit

Durch eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und Deutschland werden nach Ansicht von Ex-UdSSR-Präsident Michail Gorbatschow alle sonstigen Beziehungen innerhalb Europas in Mitleidenschaft gezogen. Statt zu einem Spitzenreiter von Umwandlungen in der globalen Welt zu werden, habe sich  Europa in letzter Zeit in eine Arena politischer Erschütterungen verwandelt, sagte er am folgenden Tag in Berlin. Eine Folge davon werde die Schwächung der Positionen Europas gegenüber den anderen globalen Kräften sein. „Sollte es weiter so laufen, wird Europa seine starke Stimme in den globalen Angelegenheiten verlieren, man wird nicht mehr auf Europa hören“, Gorbatschow.

„All das wirkt sich negativ auf die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland aus“, führte er weiter aus. „Es gibt Anzeichen dafür, dass eine Fortsetzung dieser Linie unseren Beziehungen einen nachhaltigen Schaden zufügen kann, die bis dahin beispielhaft waren. Ohne russisch-deutsche Partnerschaft kann es aber keine Sicherheit für Europa geben.“ „Die Erfahrungen der 80erjahre des vergangenen Jahrhunderts zeugen davon, dass selbst eine schier hoffnungslose Situation nicht aussichtslos ist“, betonte er. „Damals war die Lage in der Welt nicht weniger gefährlich als heute. Wir konnten aber die Situation zum Besseren umdrehen. Es gelang uns, nicht bloß die Beziehungen zu normalisieren, sondern auch der Konfrontation und dem Kalten Krieg ein Ende zu setzen. Dies gelang aber in erster Linie deshalb, weil der Dialog wiederaufgenommen wurde.“

In der Situation mit der Ukraine seien jetzt „erste Anzeichen einer Wiederaufnahme des Dialogs“ zu sehen. „Erzielt wurden die ersten, vorerst bescheidenen und instabilen Resultate“, so Gorbatschow. „Ich meine damit die Minsker Vereinbarungen über die Waffenruhe und die dreiseitige Abmachung zwischen Russland, der Ukraine und der EU.“

Bild: Wikimedia Commons

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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