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Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas 2015 ausgeschrieben

Von   /  14. Oktober 2014  /  Keine Kommentare

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pd.- Die Zeit-Stiftung und die norwegische Partnerstiftung Fritt Ord vergeben dieses Jahr den Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas. Bis am 10. November können couragierte Journalistinnen und Journalisten und Medien aus Russland und Osteuropa, die sich für Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen als Preisträger vorgeschlagen werden.

Qualität, Professionalität und Zivilcourage zeichnen die Journalistinnen und Journalisten aus, die den Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas und den Förderpreis der Stiftelsen Fritt Ord Freie Presse Russlands erhalten. Die ZEIT-Stiftung verleiht ihn seit dem Jahr 2000 an jene, die in den Transformationsstaaten Osteuropas publizistisch für eine freie Presse, das freie Wort und die liberale Bürgergesellschaft eintreten.

Seit 2004 vergibt die ZEIT-Stiftung den Pressepreis zusammen mit der norwegischen Stiftelsen Fritt Ord, Oslo. „Unsere Nominatoren, die Jurymitglieder und beide Stiftungen beobachten die wachsenden Spannungen in Osteuropa. Sie sind bedrohlich – auch für die Arbeit von Journalisten und Medien. Die Arbeitsbedingungen verschärfen sich. Extremer Druck erschwert die journalistische Arbeit, insbesondere die unabhängige Berichterstattung“, so Theo Sommer, Vorsitzender der Pressepreis-Jury.

Auszeichnung soll Mut machen

Der Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas und der Förderpreis der Stiftelsen Fritt Ord Freie Presse Russlands sollen jenen Journalisten Mut machen, die Repressalien und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zum Trotz die Wahrheit berichten, sich nicht von Zensur abschrecken lassen und der Selbstzensur widerstehen. Jährlich können mehrere Preise an Zeitungen oder Internetmedien vergeben werden, davon mindestens einer an ein Medium in Russland. Außerdem wird zumeist ein Sonderpreis an einzelne Journalisten verliehen. Die Verwendung der Mittel ist grundsätzlich freigestellt, die Gelder müssen jedoch unmittelbar der Arbeit des jeweiligen Mediums bzw. des jeweiligen Journalisten zugute kommen.

Die Förderpreise sind gerichtet auf Zeitungen und Internetmedien aus Russland, Belarus, Ukraine, Georgien, Aserbaidschan und Armenien. Die Stiftungen wollen gleichermaßen Zeitungen in den Hauptstädten wie auch außerhalb der großen Städte stärken, um die Presse in den Regionen zu unterstützen. Die Zeitungen sollen bei inhaltlich breitem Ansatz zumindest drei Ressorts aufweisen, darunter möglichst auch die Außenpolitik.

Demokratie, Völkerverständigung und Meinungsfreiheit

Sie sollen ausgewogen über das politische, kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben berichten. Sie sollen engagiert für Demokratie, Völkerverständigung und die Freiheit des Wortes eintreten. Vorschläge können formlos bis zum 10. november 2014 unter Beifügung von Belegexemplaren der Zeitung eingereicht werden (ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Frauke Hamann, Feldbrunnenstraße 56, D-20148 Hamburg).

Der Vorschlag sollte Angaben zu Herausgeber, Chefredaktion, Auflagenhöhe, zur Geschichte des Mediums sowie eine Würdigung des Blattes, des Mediums oder des Journalisten enthalten. Selbstbewerbungen sind ausgeschlossen. Die Entscheidung trifft eine unabhängige Jury. Ihr gehören an: Dr. Falk Bomsdorf, München; Prof. Dr. Jo Groebel, Berlin; Martin Paulsen, Bergen; Stefanie Schiffer, Berlin; Dr. Theo Sommer, Hamburg; Vibeke von Sperling, Oslo/Kopenhagen; Michael Thumann, Berlin; Reinhard Veser, Frankfurt am Main. Die Preise werden im Juni 2015 in Oslo verliehen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Kultur der lebendigen Debatte

Die „Narvesen Kioskkompani“ gründete die Stiftelsen Fritt Ord – The Freedom of Expression Foundation im Jahre 1974. Das wichtigste Ziel dieser Stiftung ist der Schutz und die Förderung der Redefreiheit und deren Rahmenbedingungen. Sie setzt sich für eine Kultur der lebendigen Debatte und den furchtlosen Gebrauch des freien Wortes ein. Die operativen Schwerpunkte sind Information und öffentliche Debatte, Stipendien und Unterricht, Kunst und Kultur, Medien und Demokratie.

Das Kuratorium der Stiftung besteht aus Georg Fr. Rieber-Mohn (Vorsitzender), Professor Grete Brochmann (stellvertretende Vorsitzende), Christian Bjelland (geschäfts- führender Direktor), Professor Liv Bliksrud, Alexandra Bech Gjørv, Professor Guri Hjeltnes, dem Journalisten Frank Rossavik und der Autorin und Auslandskorrespondentin Sigrun Slapgard. Direktor ist Knut Olav Åmås, Projekt- direktorin Bente Roalsvig.

Entwicklung der Zivilgesellschaft

Die Gemeinnützige Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius wurde 1971 von dem Verleger, Rechtsanwalt und Politiker Gerd Bucerius gegründet, und unterstützt die Entwicklung der Zivilgesellschaft. Sie fördert Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie Bildung und Erziehung. Flaggschiffe ihres Engagements sind die Bucerius Law School in Hamburg sowie das Bucerius Kunst Forum, das im Herzen der Hansestadt liegt.

Dem Kuratorium der ZEIT-Stiftung gehören an: Prof. Dres. h.c. Manfred Lahnstein (Vorsitzender) sowie Dr. Karl-Joachim Dreyer, Giovanni di Lorenzo, Dr. Siegfried Luther, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hubert Markl, Professor Jobst Plog, Christina Rau, Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Karsten Schmidt, Peer Steinbrück, Carola von Schmettow, Dr. Henning Voscherau und Dipl.-Kfm. Bernd Wrede. Den Vorstand bilden Prof. Dr. Michael Göring (Vorsitzender), Michael Berndt und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Karsten Schmidt. Den Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas koordiniert Frauke Hamann, Programmleiterin der ZEIT-Stiftung.

Bild: Für osteuropäische Medien ohne Maulkorb. (Maja Dumat/Wikimedia Commons)

www.zeit-stiftung.de

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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