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Zwei Wochen nach Glücksspielverbot: Casinos tauchen in Untergrund ab

Von   /  16. Juli 2009  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Trotz des am 1. Juli in Kraft getretenen Verbots für Glücksspiele suchen die bisherigen Kunden der russischen Spielhöllen nach Möglichkeiten, ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Diese Nachfrage findet entsprechendes – nun illegales – Angebot.

In Übereinstimmung mit dem im Dezember 2006 verabschiedeten Gesetz wurden alle Glücksspieletablissements in ganz Russland geschlossen. Sie sollten in vier speziell dafür vorgesehene Regionen – im Fernen Osten, in der Region Altai, im Gebiet Kaliningrad an der Ostsee und an der Grenze des Gebiets Rostow und der Region Krasnodar in Südrussland verlegt werden. Keine davon kann aber derzeit entsprechende Infrastruktur vorweisen.
Anstelle der bisherigen Glücksspielclubs sind in Rostow am Don so genannte Lotterieclubs, Sportpoker-Clubs und ähnliche Einrichtungen entstanden, für die das Glücksspielverbot nicht gilt. In einigen davon stehen Spielautomaten zur Verfügung, die allerdings ohne Geld arbeiten.

„Lotterie“ statt „Casino“

In St. Petersburg bekamen diese Einrichtungen die Bezeichnung „Elektronische Lotterie“. Auch in Nowosibirsk sind Clubs mit dem Aushängeschild „Lotterie“ entstanden. Auch Pokerclubs mit Geldeinsätzen sind dort verbreitet. In der Stadt Woronesch dagegen wurden solche „Lotterie“-Clubs kurz nach der Eröffnung auf Anweisung der Behörden wieder zugemacht. Das Glücksspielgerät wurde dabei beschlagnahmt.

Auch im Schwarzmeer-Kurort Sotschi wurden mehrere Glücksspielclubs, die sich bereits nach dem Inkrafttreten des Verbots etabliert hatten, wenig später wieder geschlossen. Medizinische Einrichtungen Sankt Petersburgs registrieren indes einen starken, bis zu 30 Prozent, Zustrom von Spielsüchtigen, die ihre Abhängigkeit loswerden wollen.

In Sportpoker-Clubs umgewandelt

Viele ehemalige Spielcasinos in der Wolgastadt Nischni Nowgorod wurden in Sportpoker-Clubs umgewandelt. Illegale Casinos sollen dabei an geheimen Orten nachts ihre Pforten öffnen. „Laut unseren Angaben werden nachts Spielautomaten hingebracht und morgens wieder versteckt“, erfuhr RIA Novosti in der Polizei-Verwaltung der Stadt. (rian)

Foto: Toni Lozano/ Wikimedia Commons

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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