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Zwei Grossfeuer alarmieren Petersburger Feuerwehr

Von   /  18. Oktober 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 16. und 17. Oktober wurden die Löschtrupps des russischen Katastrophenschutzes (MTschS) gleich kurz hintereinander an zwei Grossfeuer beim Hotel „Sankt Petersburg“ und in der Industriezone „Parnas“ gerufen, von denen letzteres sogar die seltene höchste Alarmstufe 5 erhielt. Beim Hotel „Sankt Petersburg“ war es bereits früher zu einer Feuersbrunst gekommen, die viele Opfer kostete.

Am Freitagabend wurde am Notfall-Desk eine Rauchfahne über dem Hotel „Sankt Petersburg“ (Pirogowskaja Nabereschnaja 5/2) gemeldet. Der Brand wurde mit Stufe 3 klassiert und umgehend die Evakuierung aller Hotelgäste angeordnet. An den Brandort sandte der Katastrophenschutz insgesamt 144 Feuerwehrleute in 33 Fahrzeugen, die das Feuer innerhalb weniger Stunden löschen konnten.

Zuerst war angenommen worden, es handle sich um einen Brand im Bügelraum des Hotels, dann stellte sich heraus, dass es sich um Baumüll auf einer höheren Etage gehandelt hatte, der aus noch unbekannten Gründen in Brand geriet und einen Schwellbrand mit starker Rauchentwicklung auslöste.

Traurige Erinnerungen an 1991

Das Grossaufgebot an Personal und Fahrzeugen, das den gesamten Verkehr am Newaufer blockierte, war nicht wegen einer Überschätzung der Lage zustande gekommen. Vor 24 Jahren, am 23. Februar 1991 kam es im selben Hotel, das damals noch „Leningrad“ hiess zu einem Brand, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Das Feuer brach um 8 Uhr morgens in der 9. Etage aus, erfasste Treppenhaus und Lifte und schnitt den Hotelbewohnern den Fluchtweg ab.

Während des mehrstündigen Rettungsaktion konnten 288 Menschen evakuiert werden, 36 von ihnen mit Brand und Gasvergiftungen. Neun Feuerwehrleute und sieben Hotelgäste kamen in Rauch und Flammen um. Dieser Tag gilt seither als einer der schwarzen Kapitel in der Geschichte der Petersburger Feuerwehr.

Mächtige Rauchsäule im Norden der Stadt

Das zweite Feuer brach am 17. Oktober um 16.12 in der Industriezone „Parnas“ im Norden der Stadt in den Lagergebäuden an der Adresse 1. Verchni Pereulok 12A aus. Innert kurzer Zeit breiteten sich die Flammen auf 10.000 Quadratmeter aus und verdunkelte den Himmel mit einem mächtigen schwarzen Rauchpilz. Die Feuerwehr rückte bereits nach zehn Minuten an, trotzdem musste die Notfallstufe schon nach kurzer Zeit von 3 auf die Höchststufe 5 erhöht werden.

In den Lagerräumen der Firma „Evroavto“ brannten Auto-Ersatzteile und sorgten für eine Rekordhitze, der sogar Beton zum schmelzen brachte. Der dichte Rauch erschwerte auch die Sicht auf der nahegelegenen Ringautobahn (KAD), so dass die Autolenker auf eine Geschwindigkeit von 30-40 Stundenkilometer abbremsen mussten. Ein Feuerwehrmann wurde wegen Übelkeit vom Löschort weggebracht, ansonsten gab es keine Opfer.

Helikopter löschte Brandherd

Letztlich brauchte es zehn Flüge eines Löschhelikopters um das Feuer zu löschen, und nach rund drei Stunden konnte die Alarmstufe auf Stufe 2 gesenkt werden. An der Löschaktion nahmen 54 Fahrzeuge mit 234 Personen teil.

Wie Fontanka.ru schreibt, stand die 2003 gegründete Firma „Evroavto“ im Verdacht Steuern hinterzogen zu haben. Daher wurde für Oktober-November eine Buchhaltungsrevision angeordnet, die jetzt durch das Feuer zunichte gemacht worden ist.

Bild: Pressedienst Katastrophenschutz MTschS

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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