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Zum 200. Geburtstag von Nikolai Gogol – Buchtip „Der Newskij-Prospekt“

Von   /  31. März 2009  /  Keine Kommentare

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russland.ru – Passend zur 200. Wiederkehr des Geburtstages am heutigen 1. April von Nikolai Gogol hat der Verlag Regine Dehnel Gogols Erzählung »Der Newskij-Prospekt« in der Übersetzung von Alexander Eliasberg wieder herausgebracht. Dies allein ist schon erwähnenswert.

Diese Ausgabe ist jedoch weit mehr als eine bloße Neuauflage der wunderbaren Erzählung Gogols ins Deutsche übertragen von einem großen Übersetzer des Anfangs des 20. Jahrhunderts, sie ist eine Hommage an den großen russischen Schriftsteller.

Schon in den wenigen einleitenden Worten »von den Herausgeberinnen« gibt es kurze Informationen über das Bekanntwerden Gogols in Deutschland, über seine Übersetzer und Gedanken zum »Newskij-Prospekt«
Das Essay »Der Newskij-Prospekt« von Nikolai Gogol« von Björn Seidel-Dreffke, einem Slawisten, der über Gogol promoviert hat, ist eine auch für jeden Laien gut verständliche kleine Literaturgeschichte über „den frühen“ Gogol sowie eine ausgezeichnete Interpretation dieser Erzählung. Man sollte es unbedingt zuerst lesen, der Genuss der Erzählung wird um so größer sein.

Danach folgt die eigentliche Erzählung »Der Newskij-Prospekt« mit stimmungsvollen Fotografien von Anastasia und Darja Krjukowa.

Von den beiden Fotografinnen sind auch die Bilder des sich anschließenden »Ein Spaziergang entlang des Newskij-Prospekt. Fotoalbum«, die zu Textpassagen der Erzählung in Beziehung gesetzt sind.
»Nikolai Gogol – Biografische Angaben«, eine ausführliche tabellarische Biografie Gogols, befindet sich im »Anhang« ebenso wie »Alexander Eliasberg – Biografische Angaben« über den bekannten Übersetzer dieses Textes; Letzteres ist um so bemerkenswerter, als die Übersetzer heute meist vergessen, bzw. nur namentlich erwähnt werden. Dabei sind sie in der Literatur von der gleichen Bedeutung wie die Autoren selbst: Literatur kann nicht übersetzt werden wie irgendein Informationen weitergebender Text, sie muss nachempfunden, ja nachgedichtet werden, wozu ein großes Einfühlungsvermögen in den Autor, seine Zeit und den Text gehört.

Abgeschlossen wird dieses Werk um Gogol und seinen »Newskij-Prospekt« von einem ausführlichen »Literatur- und Quellenverzeichnis«, das sich zu durchstöbern lohnt; hier finden sich viele Anregungen, sich mit Gogol, seinem Werk, seinen Zeitgenossen und Alexander Eliasberg weiter zu beschäftigen.
Das zusätzlich Außergewöhnliche an dieser Ausgabe ist, dass – wie schon bei den vorhergehenden Titeln des Verlages – buchstäblich alles in Deutsch und Russisch angeboten wird. Sprachlich Interessierte können auf der jeweils gegenüberliegenden Seite den Text in der anderen Sprache verfolgen, was natürlich ganz besonders bei der Erzählung selbst von besonderem Reiz ist.

Es erübrigt sich fast hinzuzufügen, dass das Buch handwerklich von einer Qualität ist, wie man es eigentlich nur aus den Zeiten kennt, als das Buch an sich noch einen Wert darstellte.
Hanns-Martin Wietek / russland.RU

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