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Zukunft des alten Petersburger Passagierhafens ungewiss

Von   /  20. November 2019  /  Keine Kommentare

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eva.- Bisher ist die Suche nach Investoren für die Erneuerung des alten Petersburger Fährterminals fast ergebnislos verlaufen. Zum einen schrecken die hohen Kosten und die schwache Rentabilität ab, zum anderen gehen die Meinungen über die künftige Verwendung Terminals sowie den Umfang eines Umbaus weit auseinander.

Der Petersburger Fährterminal aus den Siebzigerjahren mit seiner eleganten Aussenverkleidung in der Form von geblähten Segeln und seinem spitzen „Mast“ aus Titan ist ein ebenso prägnantes Bauwerk wie die Admiralität. Doch im Gegensatz zu dieser ist es seine Zukunft mehr als ungewiss.

Seit dem Bau des neuen Fährterminals am äussersten aufgeschütteten Ende der Wassili, wird er nur noch zur Abfertigung der Fähre „Prinzessin Anastasia“ verwendet, während die grossen Fähren am neuen Terminal halten. Nun wird der neue Fährhafen bald auch für die „Prinzessin Anastasia“ schiffbar sein, schreibt Fontanka.ru Das ist einerseits eine gute Nachricht, andererseits wird der alte Terminal dadurch noch überflüssiger.

Ein Umbaukonzept für sechs Milliarden Rubel

Das Investitionskonzept, das die Stadtregierung im Smolny zusammen mit der Leitung des neuen Fährhafens ausgearbeitet hat, würde sechs Milliarden Rubel (rund 86 Millionen Euro) kosten. Darin ist die komplette Erneuerung der Passagierabfertigung und Zollkontrolle, neuen Gangways für moderne Schiffe sowie der Ausbau der Büroräume und dem Parkplatz vor dem Gebäude enthalten. Dieses Konzept sieht den Bau strategisch als vollwertigen Reserveterminal, lässt aber die Problematik von Auslastung und Rentabilität ausser Acht.

Bisher gibt es nur zwei vage Interessenten: Zum einen möchte der benachbarte „Sevkabel“-Industrie-Komplex sein Gelände erweitern. Zum anderen hat der japanische Konzern Mitsui sein Interesse angemeldet. Die Mitsou Group, die in den Bereichen Stahlerzeugung, Telekommunikation, chemische Industrie und Logistik tätig ist, wäre auch bereit, sich am möglichen Bau einer eigenen russischen Fährflotte zu beteiligen.

Nutzungsprofil unklar

Doch bisher ist sich offenbar auch die Stadregierung nicht ganz im Klaren, was sie mit dem Terminal anfangen will. Wie Fontanka.ru schreibt, ist sie offenbar auch zu anderen bzw. kostengünstigeren Lösungen bereit – so zum Beispiel die Umnutzung des Fährhafens für Güterterminal oder ein nur teilweiser Umbau für einen Bruchteil der oben genannten Summe. An einen kompletten Abriss des Terminals will momentan niemand denken.

Sicherlich wird die Zukunft des Terminals auch davon abhängen, wie sich der Fährverkehr von und nach Petersburg entwickelt. Falls Russland tatsächlich eigene Fähren bauen würde und sich neue Destinationen, zum Beispiel nach Kaliningrad ergeben würden, könnte ein zusätzlicher Terminal durchaus rentieren. Doch bisher fährt nur die „Prinzessin Anastasia“ treu ihre Tour nach Helsinki-Stockholm-Tallinn, und für ein einziges Schiff ist ein eigener Färhafen eindeutig zu aufwändig.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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