Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Zensur oder Selbstzensur in zwei Petersburger Druckereien?

Von   /  15. September 2008  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- Flugschriften, welche die Opposition am vergangenen Samstag an der Demonstration „zur Bewahrung von Petersburg“ verteilen wollten, wurden nicht gedruckt, meldet die St. Petersburg Times. Zwei Druckereien verweigerten unter fadenscheinigen Gründen die Vervielfältigung der Publikation. Die „Atlant“-Druckerei, lehnte den Auftrag der Jabloko-Partei erst mit der Begründung ab, sie brauche dafür eine Erlaubnis der Polizei. Als Vertreter der Partei diese Erklärung in schriftlicher Form verlangten, erklärte die Betriebsleitung der Druck der vierseitigen Beilage mit einer Auflage von 10.000 Stück sei infolge „interner Probleme“ nicht durchführbar. Zuvor hatte bereits die „Kurjer“-Druckerei das Drucken der Protestschrift gegen die Baupolitik von Gouverneurin Valentina Matwijenko ohne Begründung abgelehnt.

Obschon die Jabloko-Vertreter Selbstzensur für möglich halten, äusserten sie auch den Verdacht, die Druckaufträge könnten aufgrund von Druck durch die Behörden zurückgewiesen worden sein – Zensur ist jedoch gemäss russischer Verfassung verboten. Bereits Ende August war die „Atlant“-Druckerei in einer grossangelegten Polizei-Aktion durchsucht worden – kurz nachdem ein Aktivist beim Verteilen der linksgerichteten Zeitung „Sa rabotschuju Vlast“ festgenommen worden war. Dabei war unter anderem die linke Kunstzeitung „Schto Delat“ beschlagnahmt worden, die am 5. September an einer Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst in Kopenhagen hätte verteilt werden sollen.

www.sptimes.ru

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

WM 2018 – in Russland werden Strassenhunde und -Katzen getötet

mehr…