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Zeitreise in ein grosses kleines Theater

Von   /  19. Februar 2008  /  1 Kommentar

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Lenid Mosgovoi in Dostojewskis “Traum eines lächerlichen Menschen”Das „Классический Театр“, auf deutsch „Theater der Klassik“, ist seit seiner Gründung im Jahr 1990 eine besondere Erscheinungsform im Kreis der an Kulturinstitutionen nicht armen Stadt St. Petersburg. Es ist nicht kommerziell und quasi im Besitz der Schauspieler. Da es kein offizielles Haus hat, und sich wie ein Phantom an verschiedenen Orten manifestiert, gibt es bereits den Mythos, das es gar nicht existiert oder nur eingeweihten Kreisen offen steht.

(Durch einen oder mehrere „Mausklicks“ auf die Bilder, können Sie diese maximal vergrössern)

Das Theater, dessen Programm ausschliesslich ausgesuchte Klassiker der Russischen Bühnenliteratur aufführt, hat sich den Ruf und Kultstatus eines mobilen Untergrundtheaters bewahrt, oft wechselnd, in Wohnungen oder in den Nischenzeiten einer duldenden grossen Bühne, vor kleinstem Publikum, erspielte es sich in den 18 Jahren seines Bestehens einen sehr guten Ruf.

Viele der Schauspieler, sind inzwischen Welt- oder zumindestend russische Bühnenstars und spielen im „Theater der Klassik“ seit Jahrzehnten ohne Gage. Der Grund lässt sich erahnen wenn mann einer der Aufführungen beigewohnt hat.

Seit über 13 Jahren wird vom „Theater der Klassik“ die Aufführung des Quasi-Monologs „Traum eines lächerlichen Menschen“ in einer seit Jahrzehnten nur für dieses Stück angemieteten Dachmansarde aufgeführt.

Der Inhalt-
Ein junger Mann ist Opfer seiner Überzeugung: Die Welt sei lächerlich, die Anderen noch mehr und er selbst am allermeisten. Alles ist ihm gleichgültig. Seinen Entschluss, sich deshalb das Leben zu nehmen, stellt er nach einer sonderbaren Begegnung mit einem kleinen Mädchen und einem Traum, der ihm wieder die Augen für das Wesentliche öffnet, in Frage.

Der Ort
Um an diesen Spielort zu gelangen, trifft man sich konspirativ im Foyer von „LENFILM“, aber das Theater kennt dort keiner. Von der Direktorin abgeholt, wurden wir durch Strassen und Hinterhöfe, ob Ihrer beängstigenden Enge und minimalen Öffnung nach Oben auch „Brunnenschächte“ genannt, zu einer Wohnung im 2. Hinterhaus geführt. Ein Ort der den Besucher sofort in die enge, kerzenbeleuchtete und trübe Alltagswelt der Zeit des Authors Fjodor Michalowitsch Dostojeweskis versetzt und auch entsprechen ausgestattet ist. Ein Raum mit originalen Einrichtungsgegenständen aus seiner Zeit, ein Tisch, eine Truhe, ein Spiegel, Kerzenleuchter statt Glühbirnen, ein leerer Regulator Wanduhrenkasten, Tapeten,  ein Ofen und 25 Stühlen an der Wand.  Alles speckig vom Kerzenrus und gerade so wie eine Jungesellenwohnung vor 160 Jahren am gleichen Ort ausgesehen haben könnte.

Die Stars
Bis auf den Beginn und das Ende spielt der Inszenator und Darsteller, Leonid Mosgowoi in einem beeindruckenden Monolog die Innenwelt dieses „lächerlichen Menschen“. Begleitet in der Einführung und im Abgang durch Ludmilla Martinowa.

Für jeden der einem beeindruckenden Schauspiel und den Darstellern sehr nahe kommen möchte, und gleichzeitig einen sehr realistischen Eindruck von der Lebenswirklichkeit Russlands im 19 Jahrhundert erleben will, ist das eine unbedingte Empfehlung. Karten und Informationen für diese und andere Aufführungen des „Theaters der Klassik“ .

Karten: +7 (921) 325 8406

Links: Im deutschen bekannte Filmografie Leonid Mosgowois

 

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1 Kommentar

  1. regina sagt:

    diese Aufführung hat mich sehr beeindruckt .ich empfehle meinen Freunden den Besuch,als ein Muss.
    Regina Püntener

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