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WM2018 – was rund um den Fussball geschieht: Warnung der Familienministerin vor Sex mit Ausländern – überhöhte  Preise für Ausländer in Restaurants

Von   /  16. Juni 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Der Kreml nutzte den Jubel über den Beginn der Fussball-WM, um möglichst unbemerkt die geplante Erhöhung des Pensionsalters und der Mehrwertssteuer anzukündigen. Die Familienministerin warnte vor Sex mit ausländischen Fans – besonders mit «Farbigen». Die Behörden gehen gegen Restaurants vor, die Ausländer schröpfen.

Der Jubel über den lang erwarteten Beginn der Fussball-WM und der Sieg der russischen Mannschaft über Saudiarabien wurden von der russischen Regierung ganz offensichtlich dazu benutzt, um der Bevölkerung zwei bittere Tropfen zu verabreichen. Zum einen die Heraufsetzung des Rentenalters und die Erhöhung der Mehrwertssteuer um gerade mal zwei Prozent. Beides verkündete «der Mann für schlechte Nachrichten» – Premier Medwedew.

Vor allem das höhere Pensionsalter wird kaum einfach so geschluckt werden, denn noch kurz vor seiner Wahl im März hatte Präsident Putin geschworen, dass er so etwas nicht zulassen würde. Fast gleichzeitg machte die Duma-Abgeordnete und Vorsitzende des Komitees für Familienfragen Tamara Pletnjowa «Furore» mit ihrer Warnung an alle russischen Frauen vor sexuellem Verkehr mit ausländischen Fussballfans. Sie erinnerte dabei an die Leiden der «Kinder der Olympiade» von 1980. Wären die Kinder noch von derselben Rasse, wäre alles halb so schlimm, aber wenn sie von Eltern verschiedener Hautfarbe stammten, wäre das jenseits… Diese Äusserung war besonders skandalös und gelangte in die internationale Presse.

Erster Fussball-Fan festgenommen

Ansonsten lief die WM ziemlich reibungslos an, abgesehen von kleineren Problemen. In Moskau stellte ein Fernsehreporter fest, dass gewisse Bars und Restaurants neben den üblichen Speisekarten auf Russisch auch solche auf Englisch an Ausländer verteilen, in denen die Preise um 20-30 Prozent höher sind. Nach dem Bekanntwerden kündigten die Behörden ein sofortiges Vorgehen mit Stichkontrollen in den Lokalen an.

Ebenfalls in Moskau wurde der erste ausländische Fussballfan festgenommen – eine Kriminaltouristin aus Peru. Diese hatte ihren Fanpass offenbar dazu benutzt, um als Taschendiebin auf Tour zu gehen. Die Taschendiebe halten auch die Petersburger Polizei auf Trab. Die Diebe sind auch während der normalen Sommersaison an den touristischen Orten der Stadt und in der Metro ein Problem. Doch jetzt scheinen sie so dreist geworden zu sein, dass die Polizei in diesen Tagen mit zahlreichen Festnahmen und Hausdurchsuchungen gegen sie vorgegangen ist.

Während die Fussballfans ausgelassen die Strassen der russischen Städte bevölkern, protestieren DemonstrantInnen gegen die Menschenrechtssituation in Russland. In Einzelpikets wird gegen die Folterungen von Antifaschisten durch den Geheimdienst FSB und die Haft angeblicher ukrainischer „Terroristen“ protestiert.

Spielresultate:

Russland-Saudiarabien (GruppeA): 5:0

Ägypten-Uruguay (GruppeA): 0:1

Marokko-Iran (GruppeB): 0:1

Portugal-Spanien: 3:3

www.fontanka.ru

www.newsru.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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