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WM2018 – was rund um den Fussball geschieht: Gastgewerbe freut sich über grosszügige Fans – buntes Völker-Fan-Gemisch auf Russlands Strassen

Von   /  20. Juni 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Die diesjährige WM sorgt für eine internationale Atmosphäre in den Strassen Petersburgs, auffallend sind die vielen Fans aus Mexiko, Marokko, Brasilien und Argentinien, die gegenüber westeuropäischen Fans deutlich in der Überzahl sind. Das einheimische Gastgewerbe ist überrascht von den überdurchschnittlichen Einnahmen. Serbische Fans fallen Ticketbetrügern zum Opfer.

Die grosse Zahl von Fussball-Fans aus Nordafrika und Lateinamerika ist auffallend und verleiht den russischen Fussball-Städten besondere Atmosphäre. Offenbar lassen sich diese Nationen viel weniger oder gar nicht von der momentanen politischen Eiszeit zwischen Ost- und West beeindrucken und nutzen die Reiseerleichterungen der WM für einen Sprung ins das grosse Land. Gleichzeitig zeugt ihr Kommen auch von einem zunehmenden Wohlstand in den Ländern. Viele sind mit der ganzen Familie angereist, und nicht selten sogar mit dem eigenen Auto.

Obwohl die vorgeschriebene Anmeldung der Gäste innerhalb eines Tages und die russische Bürokratie die Hoteliers vielfach an den Rand der Verzweiflung treibt, ist die Gastronomie mehr als zufrieden mit der Saison. Die Bar- und Restaurant-Besitzer sind überrascht von der Spendierfreudigkeit der Fans und sprechen von Mehreinnahmen in der Höhe von 30-50 Prozent im Vergleich zur üblichen Saison. Laut Fontanka.ru sind sich die meisten einig darüber, dass noch mehr Geld fliessen würde, wenn die Behörden nicht so streng bei der Bewilligung von Sommerterrassen wäre. Allein in den letzten drei Wochen wurden rund drei Dutzend Terrassen geschlossen.

Schweizer Gemeinde trifft sich zum Fussball-Abend im Mobahaus

Natürlich ist die Fussball-WM auch willkommener Anlass für Ex-Pats verschiedener Nationalitäten in Petersburg sich zu versammeln die das eigene Team auf dem Bildschirm zu unterstützen. So trafen sich beispielsweise die Schweizer im Technopark Mobahaus, um das Spiel gegen Brasilien mitzuverfolgen und freuten sich über das unerwartete Unentschieden.

Trotz des weitgehend reibungslosen Ablaufs der WM, ereignen sich auch unerfreuliche Dinge. So wurden 300 serbische Fans von einer russischen Firma um ihre Tickets betrogen, deren Direktor sich mit dem überwiesenen Geld von mehreren Millionen Rubel aus dem Staub machte. Zwei englische Fans, die im Zug nach Wolgograd zum Spiel England-Tunesien unterwegs waren, wurden von der Polizei festgenommen. Der eine griff laut News.ru nach der Dienstwaffe eines Beamten, der andere demolierte das Innere des Zugs und verletzte sich dabei.

Zwei russische Moderatoren verabschieden sich überraschen

Ein weiterer „Misston“ war nur für russische Zuschauer bemerkbar. Der ehemalige Trainer der russischen National-Elf Leonid Slutzki kündigte überraschend seine Stelle als Kommentator für den ersten russischen Fernsehkanal. Offiziell begründete er den Schritt mit einem Angebot aus Holland. Doch die meisten Beobachter sehen als Grund einen Versprecher, den sich Slutzki während des Spiels Deutschland-Mexiko leistete als er völlig zufällig den Putin-Kritiker Alexei Nawalny in einem Witz erwähnte. Nawalny gilt als persona non grata bei den staatlich gelenkten Fernsehsendern und seine Erwähnung in jeder Form als unverzeihlichen Verstoss.

Fast gleichzeitig zog sich auch Vassili Utkin als Moderator vom ersten Kanal zurück. Seine Beweggründe nannte er nicht, doch könnte dahinter seine Beschimpfung der isländischen Mannschaft auf seinem Telegram-Kanal stecken. Ebenso könnte seine Entlassung mit seiner politischen Meinung zusammenhängen, die er als Radio-Moderator beim regierungskritischen Sender „Echo Moskwy“ (Echo Moskaus) offen zur Sprache bringt.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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