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WM2018 – was rund um den Fussball geschieht: „ausgesperrter“ Blatter geniesst Fussball-WM als Putins Gast – Küsse und Beleidigungen von Fans

Von   /  22. Juni 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Eher unbemerkt von der russischen Presse, dafür umso mehr beachtet von der westlichen, reiste der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter mit seiner Partnerin an die Fussball-WM. Unter anderem heftete sich das schweizer Fernsehen an seine Fersen, und begleitete das Paar bei seiner Ankunft im Mercedes vor einem Moskauer Hotel, schreibt Infosperber.ch.

Blatter ignorierte damit seine „Aussperrung“ von der WM als Fussball-Funktionär durch die Fifa-Ethikkommission, welche ihn wegen ominöser Millionen-Gelder bestrafte, die er an seinen Stellvertreter Michel Platini überwiesen hatte. Blatter hatte schon 2017 bekannt gegeben, dass er trotzdem an die WM reisen würde allerdings als Gast von Präsident Putin.

Freilich hat Putin seinem Freund Blatter viel zu verdanken, der sich stets für Russland als Austragungsort stark gemacht hatte und den Russen die Treue hielt als sich der Westen im Rahmen der Anti-Dopping-Kampagne auf den Kreml einschoss. Darum gibt es in Russland nicht wenige, die seinen unrühmlichen Abgang als Preis für sein Russland-Engagement sehen. Darum ist auch sein Erscheinen in Russland trotz des Fifa-Banns verständlich, ist er doch hier ein willkommener Gast – auch wenn dieses Verhalten im Westen als „unsportlich“ gewertet wird.

Brasilianischer Fan erniedrigt Russin

Auch weiterhin bietet die WM 2018 eher wenig an negativen Schlagzeilen. Dank der massiven Sicherheitsmassnahmen und dem grösstenteils korrekten Verhalten der Fangemeinde sind praktisch keine Zusammenstösse zu verzeichnen.

Allerdings kam es mehrfach zu Beleidigungen durch Fans – so zum Beispiel der Fall eines brasilianischen Polizei-Leutnants, der eine Russin vor laufender Kamera Beschimpfungen auf Portugiesisch aufsagen liess und diese danach im Internet veröffentlichte. Doch statt vieler „Likes“ hat seine Nummer nun ein Gerichtsverfahren in der Heimat zur Folge.

Unerwünschter Kuss vor laufender Kamera

Ein unerwünschter Kuss vor laufender Kamera sorgte in Moskau für einen kleinen Skandal. Dort überfiel ein junger russischer Fussballfan die kolumbianische Korrespondentin der Deutschen Welle Julieth Gonzalez Theran während einer Live-Übertragung – umarmte sie und küsste sie auf die Wange. Diese reagierte nicht nur völlig überrascht, sondern auch geschockt und wertete das Ganze als sexuelle Belästigung. Darum tauchte der junge Mann später in der DW-Redaktion auf, um sich öffentlich zu entschuldigen. Nach seiner Aussage war der Überfall die Folge einer Wette mit seinem Kollegen.

In St. Petersburg sorgte ein amerikanischer Fan für Unruhe. Wegen seines aggressiven Verhaltens rief die Leitung eines Hotels im Admiralteiski-Bezirk eine psychiatrische Notfall-Brigade, die den 39-Jährigen zur Behandlung in die Klinik brachte. Sein Vater, der zugegen war, willigte ein.

Oppositioneller Nawalny fordert mehr Bewegungsfreiheit für das Volk

Die friedlichen Massenaufmärsche der Fans in den WM-Standorten werden von der russischen Bevölkerung mehrheitlich begeistert wahrgenommen. Wie jedoch der Oppositionspolitiker Alexei Nawalny meinte, wünschte er sich solche „Bewegungsfreiheit“ auch für das russische Volk, dem normalerweise friedliche Kundgebungen an denselben Orten von der Obrigkeit verboten würden.

Kritiker beschuldigen den Kreml, die WM als PR-Aktion zu benutzen, um Missstände und unpopuläre Entscheidungen wie die geplante Erhöhung des Rentenalters zu vertuschen. Während die Fussball-WM die Aufmerksamkeit des Volks auf sich zieht, setzt auch der ukrainische Regisseur Boris Senzow, der als angeblicher „Terrorist“ in russischer Haft sitzt, seinen bereits 40-tägigen Hungerstreik fort.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.infosperber.ch

www.newsru.com

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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