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WM2018 – rund um den Fussball: Ganz Russland im Bann des Spiels gegen Kroatien – Fussball sorgt für Boom der russischen Literatur

Von   /  8. Juli 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Spätestens nachdem Belgien das brasilianische Starteam aus dem WM-Poker gekippt hatte, war allen klar, dass an dieser WM alles möglich war – auch ein Sieg der Russen gegen Kroatien. Darum klebte am Abend des 7. Juli ganz Russland an den Fernseh-, Computer, und Handy-Bildschirmen, um den Schicksalsmatch zu verfolgen.

Davor hatte das russische Nationalteam wiederum die Bevölkerung um seine Unterstützung gebeten, und alle, inklusive sämtliche Popen, Schamane, Imame auf dem Gebiet der Russischen Föderation schickten ihre Gebete für einen Sieg der Russen gen Himmel. Es half nicht, doch zeigten die russischen und kroatischen Spieler dafür den bisher wohl schönsten und spannendsten Match der diesjährigen WM.

Es war spannend bis zur letzten Minute – überall verfolgten Fans das Spiel, und praktisch die ganze anwesende internationale Fangemeinde hatte sich die russische Trikolore auf die Backen gemalt und fiebert mit. Mit gebannten Blicken schauten Passanten durch die Fenster auf die Grossleinwände in den Restaurants oder auf die mobile Übertragung über das Handy. Jedes Mal, wenn den Russen ein Treffer gelang ging ein Schrei durch die Strassen, bis man ganz zuletzt die Hoffnung aufgeben musste und etwas traurig und dennoch zufrieden nach Hause ging.

Die Buchhandlungen jubeln mit

Trotz der Niederlage zeigten sich die meisten Russen befriedigt, zum einen, weil das russische Team vor 50 Jahren zum letzten Mal bis in den Viertelfinal vordringen konnte, zum anderen ganz einfach, weil ihnen toller Fussball geboten wurde. Das Spiel in Sotschi wurde von Ministerpräsident Dmitri Medwedew und der kroatischen Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović mitverfolgt, die zusammen mit Fans auf einem Charterflug angereist war

Der Fussball bringt offenbar auch ein zunehmendes Interesse für die russische Literatur bei den angereisten Fussballfans mit sich. Wie Newsru.com schreibt, verzeichnet die Verkäufe russischer Klassik in englischer Übersetzung phänomenale Wachstumszahlen. Am populärsten ist Puschkin, dessen Werke, allen voran Jewgeni Onegin zweimal so oft wie sonst gekauft werden. Danach folgt Bulgakow und sein Roman «Der Meister und Margarita», der eine 30prozentige Auflagensteigerung erlebt. Gefragt sind zudem Tolstois «Anna Karenina», Dostojewskis «Idiot», und Pasternaks «Doktor Schiwago».

www.newsru.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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