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WM-2018: Jachtklub auf Petersburger Krestowski-Insel wird aufgelöst

Von   /  24. September 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 21. September wurde mit der Auflösung des Jachtklubs auf der Krestowski-Insel begonnen, der einer VIP-Strasse für die Fussball-WM 2018 Platz machen muss. Zwei Tage davor brannte das bereits verlassene Klubgebäude neben der Anlegestelle ab – Brandstiftung wird vemutet.

Der Jachtklub war einer von drei grossen in St. Petersburg und wurde vom Vizepräsident des russischen Seglerverbandes Wladimir Loginow gegründet. Während der Saison von Mai bis September nutzten jeweils rund 200 Schiffsbesitzer die Anlegestelle, unter ihnen prominente Figuren wie etwa der Schauspieler Ewgeni Sidichin, der Regisseur Arkadi Tigai oder der Besitzer der Weinboutique „Bon Vin“ Andrei Kusmin.

Das Areal am Ufer war zwar nur bis 2014 gemietet, doch hatte man im Jachtklub nicht damit gerechnet, dass mit der Räumung so schnell begonnen würde. Das Gebäude, in denen Verwaltung und Segelschule untergebracht waren, soll demnächst demontiert werden. Der Klub auf der Krestowski-Insel ist zwar vergleichsweise klein, da aber Anlegestellen insgesamt sehr knapp sind, bedeutet die Räumungen einen grossen Verlust für die Seglerszene.

Rechtliche Unstimmigkeiten

Durch die Räumung ergibt sich eine seltsame Situation: Das Ufergelände wird geräumt, doch die Anlegestelle kann im Prinzip bis 2018 weitergenutzt werden. Allerdings erweist sich der Zugang zu den Booten durch den Verlust des Landstücks als ziemlich schwierig bis unmöglich. Darum ist fraglich, wieviele der bisherigen Klubmitglieder in Zukunft hier noch anlegen werden.

Hinzu kommen juristische Unstimmigkeiten. Laut Fontanka.ru gingen 2013 45 Pontons in einem undurchsichtigen Handel an eine ominöse Offshore-Firma auf Zypern – der Verkauf wurde vor Gericht angefochten, die Pontons beschlagnahmt. Auch die übrigen Restaurants und Klubs an der betroffenen Uferregion befinden sich rechtlich gesehen in einer ungewissen Situation. Sie wissen nicht, ob ihre Mietverträge verlängert werden und sich weitere Investitionen in ihre Lokale noch lohnen.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold
www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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