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WM 2018 – in Russland werden Strassenhunde und -Katzen getötet

Von   /  22. Februar 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Obschon im letzten Jahr ein Gesetz gegen Tierquälerei und Doghunters in Kraft getreten ist, wird in den russischen Städten, wo die Fussball-WM stattfinden wird, Jagd auf herrenlose Tiere gemacht. In den meisten Fällen werden die Tiere auf offener Strasse erschossen.

Unter anderem schlagen die Tierschützer in der südrussischen Stadt Sotschi Alarm, wo schon 2014 anlässlich der Olympiade ähnlich brutale „Säuberungen“ stattgefunden hatten. Die Liquidierung der Tiere wurde laut Newsru.com offiziell im Budget aufgeführt. Der Auftrag in der Höhe von 1,7 Rubel für 1200 „Köpfe“ wurde öffentlich von der Stadtregierung ausgeschrieben. Dabei wurde angemerkt, dass das „Einfangen“ und die „Utilisierung“ der Tiere ohne Schusswaffen und unter Berücksichtigung der Tierschutzbestimmungen geschehen soll – ein offensichtlicher Widerspruch in sich selbst.

Schon jetzt gehen laut Meldungen aus der Bevölkerung die Tötungen vor sich – meistens werden die Hunde und Katzen in den zentralen Stadtteilen einfach erschossen. Die Kopfprämie soll bei ungefähr 1.500 Rubel (ca. 21 Euro) liegen, damit derselbe Kadaver nicht mehrmals „verkauft“ wird, sollen die Kopfgeldjäger ihre Opfer fotografieren, melden Tierschützer. Im Schwarzmeerkurort Adler soll es zu einem richtigen Tiermassaker gekommen sein, was zu Protesten führte.

Mordaktion in Tatarstan verhindert

Auch in den WM-Städten Samara und Toliatti wurden Millionenbeträge zur Tötung von Strassentieren bewilligt, und die Erschiessungen sind in vollem Gang. Wie lokale Tierschützer melden, fallen den Todeskommandos oft auch zutrauliche Haustiere zum Opfer. Nur in der Hauptstadt Tatarstans Kasan konnte die Tierschutzorganisation „Asira“ durch eine Klage bei der Antimonopolbehörde rechtzeitig die Ausschreibung der Tier-Tötungsaktionen verhindern. Meldungen über Erschiessungen gibt es auch aus Wolgograd, Rostow am Don, Belgorod und Astrachan.

Anfang Februar hatte der Vizepremier und Ex-Sportminister Vitali Mutko eine Sitzung mit Tierschützer durchgeführt, die eine humane Lösung der Frage fordern. Unter anderem schlagen sie anstelle der Ermordung der Strassentiere, Sterilisierungsaktionen und den Ausbau von Tierheimen vor. Am 8. Februar hatte die französische Schauspielerin Brigitte Bardot Präsident Putin zu Humanität im Umgang mit den Tieren aufgefordert. 2016 hatten tausende von Tierschützern in Russland gegen Tierquälerei demonstriert, wonach ein neues Tierschutzgesetz in Kraft trat.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold (Archiv)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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